Berlin : Reinickendorfer Großbrand: Stände und Sammelbüchsen

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Bezirksamt und die Interessengemeinschaft (IG) Residenzstraße wollen den rund 30 vom Brand der Markthalle betroffenen Händlern helfen. "Gleichzeitig fordern wird den schnellstmöglichen Wiederaufbau der Halle nach modernsten verkaufstechnischen Gesichtspunkten", sagte IG-Sprecher Ulrich Brinsa.

Bei einer Zusammenkunft am Montagabend wurde spontan die Einrichtung eines Spendenkontos für Arbeitnehmer beschlossen, die eine Familien zu versorgen und keine Einkünfte mehr haben. Am kommenden Sonnabend wollen Angehörige der Interessengemeinschaft vor der abgebrannten Halle mit Sammelbüchsen auch die Passanten um einen Obolus bitten.

Das Bezirksamt hat angeboten, einem Teil der betroffenen Markthändler die Möglichkeit einzuräumen, vorerst zwei- bis dreimal wöchentlich auf dem Franz-Neumann-Platz Verkaufsstände aufzustellen, sagte Brinsa. Ferner werde die IG mit den Hauseigentümern der rund 20 leerstehenden Geschäfte in der Residenzstraße Kontakt aufnehmen. Angestrebt werde eine Vereinbarung, nach der vom Brand geschädigte Einzelhändler die Läden langfristig "zu bezahlbaren Gewerbemieten" übernehmen können. Dienstagabend berieten Vertreter der IG und der Markthändler mit mehreren Rechtsanwälten das weitere Vorgehen. Denn laut Brinsa halten sich die privaten Besitzer der Markthalle, die eine Immobilienfirma mit der Verwaltung beauftragt haben, "bedeckt wie seit Monaten". Interessengemeinschaft und Kommunalpolitiker hatten seit langem eine überfällige Sanierung und Modernisierung der seit Jahrzehnten nahezu unveränderten Anlage gefordert. Bei einem Gespräch mit ihm vor zwei Monaten habe der Eigentümer zum Ausdruck gebracht, dass er nicht daran interessiert sei, hier zu investieren", sagte der Sprecher.

"Wir wollen keinen Einkaufstempel, sondern eine Markthalle in angemessener Größenordnung", sagte IG-Sprecher Ulrich Brinsa zu der Forderung nach einem umgehenden Wiederaufbau. Dabei könnte auch der lang gehegte Wunsch nach einer Aufstockung um ein Arkadengeschoss mit einem Angebot "vom Friseur bis zum Eiscafé" realisiert werden. Die Erhaltung des Standortes sei von Bedeutung, wenn die Kunden nicht zu den neu gebauten Einkaufszentren abwandern sollen.

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