Berlin : Reise in der Wohnung Ethno-Stil als exotische Dekoration fürs Zuhause

Vivien Leue[dpa]
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Die Kombination kräftiger Farben und kunstvoller Ornamente ist typisch für den Ethno-Stil. Foto: Christian-Verlag/dpa/tmn

Eine Reise rund um die Welt muss nicht 90 Tage dauern. Wenn man sich die Welt anhand von Accessoires, Möbeln, Farben und Bildern ins eigene Wohnzimmer holt, dauert die Weltreise nur wenige Minuten. Ein Vermögen kostet sie auch nicht, denn es reichen wenige Dekorationselemente, um daheim internationales Flair zu schaffen. „Die Menschen reisen mehr und sehen mehr, und so wuchs auch der Wunsch, es sich zu Hause genauso schön zu machen wie im Urlaub“, sagt Trendexpertin Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie.

Zuerst waren es nur Mitbringsel aus aller Welt, die die Wohnungen der Globetrotter zu etwas Besonderem machten, heute führt jedes größere Einrichtungsgeschäft Möbel und Accessoires aus vielerlei Kulturen. „Ganz wichtig beim Ethno-Trend ist der Stilmix“, sagt Geismann. Es gehe nicht darum, den Einrichtungsstil einer anderen Kultur eins zu eins zu kopieren.    Stattdessen werden einzelne Designelemente so kombiniert, dass eine eigene multikulturelle Mischung entsteht. „Sehr beliebt sind beispielsweise der Buddhakopf, aber auch chinesische Schriftzeichen auf Kissen oder Bildern“, sagt Geismann. Satte Farben an Wänden oder Türen, mit Ornamenten bestickte Stoffe, dunkle Holzmöbel oder ein mit Strasssteinen besetzter Rahmen – die Vielfalt der Möglichkeiten ist beim Ethno-Wohnen schier grenzenlos.    Bei so viel Auswahl fällt das Kombinieren einzelner Elemente mitunter schwer. „Es soll kein Sammelsurium an unterschiedlichsten Möbeln und Accessoires entstehen“, sagt Einrichtungsexpertin Nicole Maalouf von den Online-Einrichtern in München. Am Besten gibt es einen roten Faden, der sich durch das Zimmer zieht. „Das können ähnliche Hölzer bei den Möbeln sein oder ähnliche Farbfamilien bei den Accessoires.“

So passen die satten Farben indischer Stoffe als Kissen auf die Couch und bunte mexikanische Vasen auf den Tisch.  „Ethno-exotische Dekoration lebt von kräftigen Farben und simplen Mustern“, raten die britischen Inneneinrichtungsexpertinnen Elizabeth Wilhide und Joanna Copestick in ihrem Buch „Ethno-Style“. Eine indigoblaue Wand im marokkanischen Stil oder ein roter Rahmen rund um die Wohnzimmertür schaffen bereits eine völlig neue Atmosphäre im Raum.

Wer es asiatisch mag, kann sich eine Borte roter Schriftzeichen an die Wand malen. Es ist also gar nicht nötig, die komplette Einrichtung samt Möbeln nach dem Ethno-Trend auszurichten. Hier und da ein paar exotische Elemente reichen.    Wer auch Schrank oder Tisch auswechseln möchte, wird bei den meisten Möbelhäusern schnell fündig. Charakteristische Elemente wie der runde Beschlag chinesischer Möbel oder die feinen Ornamente indischer Einrichtungsstücke sind mittlerweile stark gefragt. Designexpertin Andrea Faßbender vom Online-Magazin „Stylin-Rooms“ sieht einen weiteren Trend: „Alles, was ursprünglich ist, etwas zu erzählen hat und an frühere Zeiten erinnert, ist zurzeit in“, sagt sie. Alte Möbel, die das erfüllen, sind hierzulande oft recht teuer. Aber auf Reisen – insbesondere in den südeuropäischen Ländern – lohne es sich oft, einen Abstecher in kleine Einrichtungsläden zu wagen.   Vivien Leue, dpa

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