Berlin : Reisefreiheit

Benrd Matthies

erinnert sich erleichtert an das alte Schönefeld Schönefeld ist für uns Eingeborene ein Ort dunkler Erinnerungen. Unvergesslich der muffige Bus, der irgendwo in Tempelhof Passagiere vier, fünf Stunden vor dem Abflugtermin aufnahm und sie dann zu einer endlosen Reihe von Kontrollprozeduren hinter der DDR-Grenze absetzte. Abenteuerurlaub, den sich keiner mehr vorstellen kann, der selbst nicht dabei war.

Schönefeld heute – das ist eine ganz andere Sache. 3,4 Millionen Menschen flogen dort 2004; seit ein verkehrspolitisches Wunder sogar den Straßenengpass an der Rudower Stadtgrenze überwinden half, ist das einstige Ärgernis zu einem Symbol der Reisefreiheit geworden, zum Tor in Städte, die wir früher nur dem Namen nach kannten. Dass diese Städte jetzt sogar zu Preisen erreichbar sind, für die wir zu Mauerzeiten nicht nach Hannover gekommen wären, ist ein weiterer Bonus: Berlin im Aufbruch. Allerdings erinnert jede neue Bilanz der Flughafengesellschaft auch daran, wie fragil die Pläne für das neue Schönefeld sind. Mit jedem neuen Billigflug steigt der Druck, endlich Klarheit zu schaffen. (Seite 13)

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