Rekord in Berlin : Kosten für Sozialhilfe stiegen auf 1,73 Milliarden Euro

Obwohl Berlin seit Jahren wirtschaftlich im Aufschwung ist und die Arbeitslosenquote sinkt, sind die öffentlichen Sozialhilfekosten in der Hauptstadt auf einen neuen Rekordstand gestiegen.

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Eingliederungshilfen für behinderte Menschen sind für das Land Berlin mit 732 Millionen Euro der größte Posten.
Eingliederungshilfen für behinderte Menschen sind für das Land Berlin mit 732 Millionen Euro der größte Posten.Foto: dpa

2014 wurden insgesamt 1,73 Milliarden Euro für Sozialhilfekosten ausgegeben, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in einem ausführlichen Bericht mit. Das waren 4,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der größte Ausgabeposten waren die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen, die im Landeshaushalt mit 732 Millionen Euro zu Buche schlugen.

Weitere 449 Millionen Euro wurden im letzten Jahr für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gezahlt. Diese Kosten werden seit 2014 glücklicherweise vom Bund komplett übernommen. Das entlastet nicht nur Berlin, sondern alle Länder und Kommunen. Die Hilfe zur Pflege führte zu Ausgaben von 356 Millionen Euro, die Hilfe zum Lebensunterhalt kostete im vergangenen Jahr 80 Millionen Euro.

Je Einwohner 510 Euro

Die restlichen Sozialhilfen, die staatlich finanziert werden, verteilten sich auf die Übernahme von Krankenbehandlungen (68 Millionen Euro), die Hilfe „zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten“ (41 Millionen Euro) und die Hilfen zur Gesundheit (5 Millionen Euro).

Für die Sozialhilfe wurden in Berlin 2014 je Einwohner 510 Euro ausgegeben. 2006 waren es noch 359 Euro. Auf die Berliner Bezirke verteilen sich diese Ausgaben sehr ungleichmäßig. An der Spitze des innerstädtischen Sozialhilfe-Rankings stand erwartungsgemäß Neukölln (556 Euro je Einwohner), gefolgt von Mitte (553 Euro) und Spandau (545 Euro). Am Ende der Skala waren Treptow-Köpenick (358 Euro), Steglitz-Zehlendorf (373 Euro) und Pankow (398 Euro) zu finden.

Fast drei Dutzend Einzelleistungen

Nur ein geringer Anteil der staatlichen Sozialhilfe fließt über „Leistungen Dritter“ an die öffentliche Hand zurück. Im letzten Jahr waren das in Berlin 67 Millionen Euro, das entsprach nicht einmal vier Prozent der Gesamtausgaben. Die Einnahmen stammen aus Kostenbeiträgen und Rückzahlungen der Betroffenen, aus Leistungen gemeinnütziger und privater Träger und von Unterhaltsverpflichteten.

Die großen Sozialhilfetöpfe untergliedern sich wiederum in fast drei Dutzend Einzelleistungen – von den Hilfen zur schulischen Ausbildung über die Kurzzeitpflege bis zur Übernahme von Bestattungskosten. Rund 936 Millionen Euro wurden 2014 in Berlin für Hilfen außerhalb von Einrichtungen ausgegeben, die übrigen 722 Millionen Euro flossen in Unterstützungsleistungen innerhalb von Einrichtungen.

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