Berlin : Rekruten-Gelöbnis am Tag des Kriegsbeginns

Vereidigung in der Leber-Kaserne war schon lange geplant

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Viele Polizisten bewachten am Morgen die Julius-Leber-Kaserne in Wedding – aber nicht wegen des „Tages X“, sondern weil ein Gelöbnis angesetzt war. Ein Zufall, sagte ein Offizier; eine Absage der Feier sei nicht erwogen worden. Mehrere hundert Rekruten des Wachbataillons sollten am Nachmittag geloben, der Bundesrepublik treu zu dienen. Mit ihren Gedanken werden die jungen Männer und Frauen sicherlich im Nahen Osten und in Afghanistan gewesen sein. Doch offiziell wollte sich die Bundeswehr nicht mit dem Beginn der Luftangriffe beschäftigen.

Aufgeregt war an diesem Morgen keiner der Soldaten am Tor der Kaserne, wo unter anderem das Standortkommando stationiert ist. „Das hatte sich doch angebahnt“, sagte ein Major: „Mich überrascht der Krieg nicht.“ Ein zur Bewachung des Gelöbnisses eingesetzter Polizist fand es „unglücklich“, dass es gerade mit dem „Tag X“ zusammenfällt. Schon am Vormittag kamen mehrere hundert Väter und Mütter der Rekruten zu Besuch in die Kaserne. Anlässlich des Gelöbnisses waren sie zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Zu der feierlichen Zeremonie unter Leitung von Oberstleutnant Peter Utsch, dem Kommandeur des Wachbataillons, wurden etwa 1000 Gäste erwartet.

Die Bundeswehr veranstaltet jedes Jahr mehrere Gelöbnisse, die meisten finden in der Kaserne statt. Nur das Gelöbnis am 20. Juli, dem Tag des Attentats auf Hitler, wird öffentlich veranstaltet – und zwar traditionell im Bendlerblock in Tiergarten. Ha

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