Berlin : Relativ häufig

Albert Einstein hat in der Stadt an vielen Stellen Spuren hinterlassen – ab heute auch am Kanzleramt

Thomas Loy

Zum Auftakt des Einstein-Jahres schmückt sich ab heute das Bundeskanzleramt in Mitte mit einem Zitat des berühmten Physikers: „Der Staat ist für die Menschen und nicht die Menschen für den Staat“, steht in großen Buchstaben an der Nordseite des Gebäudes. Der Schriftzug soll gegen zehn Uhr enthüllt werden.

Einsteins Name findet sich auch andernorts in Berlin. Gedenktafeln hängen in der Staatsbibliothek, in der früher die preußische Akademie der Wissenschaften residierte. Eine weitere prangt im Vorraum des heutigen Kinos der Humboldt-Universität. Dort hielt Einstein seine Vorträge. Wo man Einstein noch findet:

Albert-Einstein-Gymnasium : 1954 gab Albert Einstein, der 1933 ins Exil gegangen war, seine Zustimmung zur Namensgebung des 1947 in Britz gegründeten Gymnasiums, „begleitet von dem frommen Wunsch, dass nicht abermals solche Verhältnisse eintreten mögen, die zu einer Umbenennungsepidemie Veranlassung geben könnten“. Jeder Abiturient der bilingualen Europa-Schule erhält mit seinem Abschlusszeugnis eine Kopie des Schreibens. Die Schülerzeitung nennt sich „Einsteinium“.

Café Einstein : Leider eine Niete: „Die Gründer haben nach einem passenden Namen gesucht. Einstein klang am schönsten“, sagt Geschäftsführer Marcel Luthe.

Einstein-Saal : In der Sternwarte Archenhold in Treptow hielt Einstein am 2. Juni 1915 seinen ersten Berliner Vortrag zur Relativitätstheorie. Heute erinnert eine Tafel an den Namensgeber.

Einstein-Forum : 1993 wurde vom Land Brandenburg ein Colloquium gegründet, das Wissenschaftler zu Tagungen und Vorträgen nach Potsdam holt. Das Einstein-Forum residiert im Palais am Neuen Markt und kümmert sich auch um das Sommerhaus des Physikers in Caputh.

Einstein-Haus : In seiner Berliner Zeit wohnte Einstein in verschiedenen Mietwohnungen, von 1918 bis 1933 in der Haberlandstraße 5 in Schöneberg. Das Haus wurde im Krieg zerstört. Eine Gedenktafel erinnert an den großen Bewohner. An Wochenenden war Einstein oft Gast in der Villa seines Arztes in Gatow. 1929 baute er sich ein Sommerhaus in Caputh. Haus und Grundstück sollten ein Geschenk der Stadt Berlin zum 50. Geburtstag sein, aber das Vorhaben ging im politischen Gezänk unter. Um die „Geschenk- Affäre“ zu beenden, verzichtete Einstein. Besser klappte es mit dem Segelboot „Tümmler“, das Einstein von Freunden bekam. Das Boot wurde 1933 von den Nazis beschlagnahmt. Es gilt als verschollen.

Albert-Einstein-Straße : Die Straße in Adlershof gibt es offiziell erst seit 1998, vorher hieß sie schon „Einsteinstraße“. An der Straße liegt u.a. „Bessy“, der Elektronenspeicherring. Eine Einsteinstraße gibt es auch in Prenzlauer Berg.

Einsteinufer : Ein Teilabschnitt des Charlottenburger Ufers am Landwehrkanal wurde im Juli 1955 in Einsteinufer umbenannt. Drei Monate vorher war Einstein in Princeton/USA gestorben.

Albert-Einstein-Fachoberschule : In Charlottenburg hat sich vor fünf Jahren die private Fachoberschule für Sozialwesen und Wirtschaft nach Einstein benannt.

Albert-Einstein-Institut : Das Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam-Golm gönnt sich zu Ehren Einsteins einen zweiten Namen. Es besteht erst seit 1995 und versucht, die Theoriegebäude Einsteins – Relativitätstheorie, Quantentheorie und Gravitationstheorie – weiterzuentwickeln.

Einstein-Turm : Der Turm auf dem Potsdamer Telegraphenberg wurde 1920 vom Architekten Erich Mendelsohn errichtet. Er diente zur Beobachtung der Sonne. Britische Wissenschaftler hatten 1919 bei einer Sonnenfinsternis zum ersten Mal die Relativitätstheorie Einsteins bestätigt.

Einstein-Kühlschrank : 1926 meldete Einstein zusammen mit Leonard Szilard mehrere Patente für Kühlmaschinen an. Die AEG erwarb die Lizenz zum Bau des Einstein-Kühlschranks. Der Kühlschrank auf Basis von Alkohol ging jedoch nie in Serie, weil das neue Kühlmittel FCKW aufkam. Das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte lässt den Kühlschrank derzeit nachbauen.

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