• Religionsunterricht: Im Osten Berlins kein großes Thema In manchen Bezirken fällt das freiwillige

Berlin : Religionsunterricht: Im Osten Berlins kein großes Thema In manchen Bezirken fällt das freiwillige

Angebot mangels Masse schon jetzt komplett aus

Ulrich Zawatka-Gerlach

Der Religionsunterricht, den die Kirchen, CDU und FDP und außerhalb Berlins auch die SPD vehement verteidigen, findet an vielen Berliner Schulen gar nicht mehr statt. Am Beispiel des evangelischen Unterrichts wird dies durch eine Statistik der Senatsschulverwaltung belegt, die dem Tagesspiegel vorliegt. Die Daten beziehen sich auf alle öffentlichen und privaten Schulen. So nimmt in Pankow, Treptow-Köpenick und Lichtenberg an den Hauptschulen im laufenden Schuljahr kein einziges Kind am protestantischen Religionsunterricht teil.

In Mitte und Kreuzberg wird das freiwillige Unterrichtsangebot nur von jeweils 34 Schülern wahrgenommen. Das sind etwa zwei Prozent. Im stadtweiten Durchschnitt liegt die Teilnahmerate an den Hauptschulen bei 9,5 Prozent. An den Gesamtschulen liegt die Quote mit 12,5 Prozent zwar höher als in den Haupt- und Realschulen, aber in den östlichen Stadtregionen sitzen wiederum unterdurchschnittlich wenige Gesamtschüler im evangelischen Religionsunterricht. An den Realschulen fällt in Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg der Religionsunterricht mangels Masse komplett aus. In Treptow-Köpenick nehmen sechs, in Pankow sieben Realschüler teil. An allen Berliner Realschulen sind es zurzeit 16,3 Prozent der Kinder.

An den Gymnasien und Gesamtschulen ist das Interesse der Schüler am Fach Evangelische Religion zwar höher, aber im Ostteil Berlins ist auch in diesen Schulzweigen die Teilnehmerzahl gering. In Marzahn-Hellersdorf sind es 7,3 Prozent, in Lichtenberg 8,1 Prozent und in Friedrichshain-Kreuzberg 8,9 Prozent der Gymnasiasten.

Der Berliner Durchschnitt von 19,4 Prozent wird an den Gymnasien nur in den Westbezirken deutlich übertroffen. An der Spitze steht Spandau. Dort nehmen 34,5 Prozent der Gymnasialschüler am Religionsunterricht teil. In Charlottenburg-Wilmersdorf sind es 31,2 Prozent, in Reinickendorf 29,6 Prozent, in Tempelhof-Schöneberg 28,6 und in Steglitz-Zehlendorf 26,7 Prozent.

Der freiwillige Unterricht der Katholischen Kirche spielt an den Berliner Schulen naturgemäß eine noch geringere Rolle, denn Berlin ist eine „protestantische“ Stadt. Ab der siebten Klasse sind es etwa fünf Prozent der Schüler.

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