Berlin : Rendezvous in der Finsternis

Dunkelrestaurant lädt zu wahren Blind Dates ein

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Liebe macht blind, sagt der Volksmund. Blind macht Liebe, denken sich die Besitzer des Dunkelrestaurants „Nocti Vagus“ – und laden von Juni an zum „echten“ Blind Date. Wer sich darauf einlässt, sitzt in einem stockdunklen Restaurant einem oder einer völlig Unsichtbaren gegenüber. Auf die Idee kamen die „Nocti Vagus“Macher, die das Restaurant seit zwei Jahren betreiben, durch Gäste. „Zu uns kamen immer wieder Leute mit dem Wunsch nach einem Real-Blind-Date“, sagt Antje Schulz, Kulturmanagerin des Lokals. „Das Spannende ist wohl die Fantasie: Den anderen riechen, seine Stimme hören – das produziert im Kopf ein Bild“, ist Schulz sicher.

Mogeln ist nicht: Im „Nocti Vagus“ sind Handys wegen ihrer leuchtenden Displays nicht erlaubt. Leuchtende Uhren müssen abgegeben werden, und wer rauchen will, wird von seinem persönlichen Kellner behutsam ins Freie geleitet. Kein Lichtstrahl soll die Dunkelheit durchbrechen. Sicher kann man sich dennoch fühlen: Im Restaurant arbeiten ausschließlich blinde oder stark sehbehinderte Kellner. Sie sind nicht nur mit den Räumen, sondern aufgrund ihrer Behinderung auch mit dem Leben im Dunkeln vertraut.

Die Real-Blind-Dates finden von der ersten Juniwoche an immer mittwochs statt. Organisiert werden sie nicht nur für Zweisamkeit-Suchende, sondern auch für Leute, die einfach auf spannende Weise neue Freunde kennen lernen möchten. Reservieren muss man für alle Real-Blind-Date-Varianten. Für die Zweier-Dates empfiehlt Antje Schulz eine Altersangabe. Interessen, Bildungsstand und ähnliche Kriterien werden nicht abgefragt: „Wir sind keine Partnervermittlung. Wir wollen, dass Menschen zu uns kommen, die Lust daran haben, die Fantasie spielen zu lassen. ddp

Anmeldungen: Telefon (030)74749123 oder kontakt@noctivagus.de)

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