Berlin : Rennverein kündigt Pächter – aber nicht wegen der NPD

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Dem Pächter des Festzentrums an der Trabrennbahn Mariendorf ist vom Berliner Trabrennverein fristlos gekündigt worden. Wie der Vereinsvorsitzende Ulrich Mommert sagte, sind dafür allerdings finanzielle Gründe ausschlaggebend und nicht der umstrittene Vertrag, den der Pächter mit der NPD geschlossen hatte. Wie berichtet, wollte die NPD am 11. und 12. November dort ihren Bundesparteitag abhalten. Nach einer Gerichtsentscheidung fand der Parteitag der Rechtsextremen allerdings im Fontane-Haus im Märkischen Viertel statt.

Nachdem die Bereitschaft des Pächters, mit der NPD Geschäfte zu machen, bekannt wurde, sind seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten vermutlich noch größer geworden. Sein Verhalten war berlinweit auf harte Kritik gestoßen. Der Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Ekkehard Band (SPD), hatte angekündigt, dass der Bezirk mit dem Gastronomen nicht mehr zusammenarbeiten wolle. Andere Organisationen sahen das genauso. Auch die Gewerkschaft Verdi wollte mit dem Pächter keine Geschäfte mehr machen. Sie kündigte vergangenen Montag den Vertrag für den Gewerkschaftsball am 25. November und fand als neuen Veranstaltungsort die Tegeler Seeterrassen. Zu dem Verdi-Ball werden 350 Gäste erwartet. Verdi-Geschäftsführer Roland Tremper hatte den Schritt mit der politischen Instinktlosigkeit des Pächters begründet. Dieser habe der Gewerkschaft nun eine Schadensersatzklage angedroht, sagte Tremper.

Die BSR sagte ebenfalls eine Veranstaltung ab und suchte einen alternativen Ort für die Weihnachtsfeier der Pensionäre. Dies bestätigte Rolf Wiegand vom Gesamtpersonalrat. Der Pächter des Festzentrums war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nach Angaben des Rennvereins wird er voraussichtlich bis Jahresende auf dem Gelände der Rennbahn weiterarbeiten. sik

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