Berlin : Renovierung des Brandenburger Tores: Worüber sollen wir dann streiten?

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Nein, eine Einheitsfeier ohne das Brandenburger Tor, das geht nicht - nicht am zehnten Jubeltag. Da hätte selbst Christo keine Chance, falls der das Schicksalstor der Deutschen zum Ort seiner Verpackungsfantasien erkoren hätte. Dafür spielt nun der ehemalige oberste Denkmalschützer Helmut Engel den Christo. Gleich nach dem 3. Oktober taucht das Tor ab, verschwindet hinter Bauplanen - für zwei lange Jahre. Das hat gute und weniger gute Auswirkungen. Touristen werden verdutzt schauen und nichts sehen, und Silvester muss wieder zu Hause gefeiert werden und nicht mehr am Tor mit netten, weil wildfremden, Menschen. Aber werden wir wirklich erleben, wie der Denkmalschützer Engel so mir nichts dir nichts eine zentrale Streitkonstante der Berliner Politik außer Gefecht setzt? Das regelmäßige Gerangel um freie Fahrt durchs Tor - einfach perdu? Die Kontroverse um eine befriedete Zone am Wahrzeichen der Einheit - auf Wiedervorlage in zwei Jahren? Das Tor als begehrte Kulisse für zweit- und drittklassige Events und billige Filmchen? Nichts da. Nein, diesen Entzug hält die Berliner Republik nicht aus. Da gibt es nur eine Lösung: Beginn der Bauarbeiten erst dann, wenn eine originalgetreue Kopie vorhanden ist.

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