Berlin : Rentierjagd in Tegel: Das Märkische Museum zeigt die Frühgeschichte Berlins

I.B.

Die ersten Berliner waren Rentierjäger. Vor 12 000 Jahren durchstreiften sie die steinzeitliche Tundra. Einen ihrer Lagerplätze hatten sie im heutigen Tegel. Metertiefe Gruben im Dauerfrostboden dienten ihnen als Tiefkühltruhen für die Beute. Im 20. Jahrhundert kamen ihnen Berliner Archäologen auf die Spur. Die Wissenschaftler stießen auf Spuren der Germanen, die bis ins fünfte Jahrhundert an Spree und Havel siedelten, und auf die Hinterlassenschaften der Slawen, die nach den Germanen mächtige Burgen in Spandau und Köpenick errichteten. Die Geschichte Berlins begann also schon lange vor der Doppelstadt Berlin/Cölln des 13. Jahrhunderts.

Erstmalig seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist die prähistorische Sammlung des Märkischen Museums wieder an ihren Ursprungsort zurückgekehrt. In den 40er Jahren waren große Teile nach Dahlem ausgelagert worden. Von morgen an sind diese Schätze wieder im Märkischen Museum am Köllnischen Park vereint zu sehen - darunter eine Hirschmaske aus dem sechsten vorchristlichen Jahrtausend. Damit beschworen die steinzeitlichen Schamanen das Jagdglück. Auf 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigen die Ausstellungsmacher neben den Vitrinen mit Bronze-, Silber- und Goldfunden auch die Rekonstruktionen einer Germanen-Siedlung und eines bronzezeitlichen Gräberfeldes.

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