Berlin : Rentnerin durchschaute „Enkeltrick“ 42-Jähriger wegen Betruges festgenommen

Eine 62-jährige Frau aus Friedenau hat am Mittwoch durchschaut, dass ein Betrüger es auf ihr Geld abgesehen hatte. Ihm droht nun Untersuchungshaft.

Die Rentnerin erhielt am Nachmittag einen Anruf in ihrer Wohnung in der Wiesbadener Straße: Eine Frau war am anderen Ende der Leitung, gab sich als Nichte der Rentnerin aus und bat um Geld – sie sei angeblich in einer Notlage. Die 62-Jährige hatte den Betrugsversuch längst durchschaut, ließ sich aber nichts anmerken und tat so, als wäre sie bereit, Geld zu geben. Die angebliche Nichte sagte, ein Bekannter hole das Geld bald ab. Als der Tatverdächtige erschien, erwartete ihn die inzwischen informierte Polizei und nahm den 42-Jährigen fest. Er wird nun einem Haftrichter vorgeführt.

Erst am Mittwoch hatte die Polizei drei Phantombilder von Männern veröffentlicht, die es vor allem auf alte und gebrechliche Menschen in Seniorenheimen in Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau abgesehen haben: In mehr als 70 Fällen wurden die Rentner, wenn sie auf ein Klingeln hin ihre Wohnungstür geöffnet hatten, gewaltsam weggeschubst und ausgeraubt. Bislang hat die Polizei jedoch keine entscheidenden Hinweise auf die Täter erhalten.

Im aktuellen Fall aus Friedenau versuchten die Täter, den sogenannten Enkeltrick anzuwenden. Die Polizei warnt sowohl vor gewaltbereiten Räubern an der Wohnungstür als auch vor oft geschickten Trickdieben und -betrügern: Die Täter geben sich als Verwandte, Bekannte oder neue Nachbarn aus. Oft tun sie, als seien sie hilfsbedürftig, und verschaffen sich mit Fragen wie „Dürfte ich ein Glas Wasser haben?“ und ähnlichen Anliegen Zutritt zur Wohnung, um sie dann nach Wertsachen zu durchsuchen. Auch bei Verkäufern oder angeblichen Behördenmitarbeitern ist Vorsicht geboten: Die Polizei rät, immer den Dienstausweis zu überprüfen und keine Fremden in die eigene Wohnung zu lassen. tabu

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