Berlin : Rentnerin in der Wohnung erwürgt

Angehörige fanden die 82-Jährige/Polizei geht von Raubmord aus

Tanja Buntrock

Wahrscheinlich hat Elena Sereda ihren Mörder selbst in die Wohnung gelassen. Das Schloss an der gelben Haustür im Seniorenwohnhaus am Heckerdamm in Charlottenburg ist unbeschädigt. Die Tür ist mit schwarzen Flecken übersät – die Überbleibsel der Spurensicherung, die hier nach möglichen Fingerabdrücken des Täters gesucht hat.

Angehörige hatten am Sonntag gegen 12.15 Uhr die 82-Jährige erwürgt in ihrer Einzimmerwohnung der Seniorenstiftung Wilmersdorf gefunden. Die Verwandten wollten nach ihr sehen, nachdem sie mehrfach vergeblich versucht hatten, die alte Frau telefonisch zu erreichen. Da die Wohnung völlig durchwühlt war, geht die Polizei von einem Raubmord aus. „Ob und was gestohlen wurde, wissen wir derzeit noch nicht“, sagte Mathias Badura, Leiter der 2. Mordkommission. Die Kripo vermutet, dass der Mord bereits am Freitagabend begangen wurde.

Einen Zusammenhang mit der Mordserie an Rentnerinnen vom vergangenen Jahr schließt Badura aber derzeit aus. Im vergangenen August hatte die Polizei den 20-jährigen David K. wegen zweifachen Raubmordes festgenommen. Er soll – wie berichtet – am 5. Mai Ilse Hampel in ihrer Wohnung in Mitte und am 20. August Emma Funk in deren Wohnung in Tempelhof ermordet haben. Noch immer ungeklärt sind zwei weitere Raubmorde an den Rentnerinnen Ilse Kettler (86) und Elisabeth Dürr (63).

„Wir sind entsetzt“, sagte eine Betreuerin im Wohnhaus über den Raubmord an Elena Sereda. Die 82-Jährige stammte aus Russland, sei aber schon seit vielen Jahren eingebürgert gewesen. Seit 1997 lebte die Frau in dem Seniorenwohnhaus am Heckerdamm. Über 100 Rentner wohnen dort, 20 von den 138 Wohnungen stehen leer. „Elena Sereda war fit und hat für sich selbst gesorgt“, berichtete die Betreuerin. Die Bewohner leben „wie normale Mieter“. Geräusche zur Tatzeit hat niemand auf der Etage, in der Elena Sereda wohnte, gehört. Die Wohnung neben der des Opfers steht leer, der Nachbar auf der anderen Seite ist schwerhörig. Die Kripo fragt: Wer kann Angaben zum Opfer machen? Wer hat am Freitag, den 6. Februar zwischen 22 und 24 Uhr in Tatortnähe verdächtige Beobachtungen gemacht? Hinweise werden unter der Telefonnummer 4664-911204 bearbeitet.

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