Berlin : Restaurant und Theater bieten feste Jobs auch für Behinderte

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Kinderfreundlichkeit, Kultur und die Integration von Behinderten vereint seit zehn Jahren das "Charlottchen" an der Droysenstraße 1 unter einem Dach. In dieser Woche feiern das Restaurant und Theater ihr Jubiläum, unter anderem mit einer Party am morgigen Mittwoch: Von 15 Uhr an bietet man ein kostenloses Kuchenbuffet, eine Diskothek und eine "Mini-Playback-Show".

"Kinder sind ausdrücklich erwünscht", lautet das Motto der Einrichtung. Zu den Besonderheiten im Restaurant mit 120 Plätzen zählt eine Spielecke mit Schaukelpferd und Rutschen, was nicht nur Eltern aus Charlottenburg zu schätzen wissen. Auf der hauseigenen Bühne mit 50 Plätzen laufen regelmäßig Kindertheater-Aufführungen, für Erwachsene gibt es dort abends Kabarett und Kleinkunst.

Zum Personal gehören derzeit sieben Behinderte; insgesamt fanden im "Charlottchen" bisher 20 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen eine unbefristete und nach Tarif bezahlte Stelle. Träger des Projekts sind die gemeinnützigen Mosaik-Werkstätten für Behinderte.

Der Erfolg zeigt sich auch daran, dass die Trägergesellschaft inzwischen vier weitere Restaurants eröffnete, darunter das "Restaurant Gropius" im Martin-Gropius-Bau und das Café in der Schwartzschen Villa in Steglitz. Von den insgesamt 28 Gastronomie-Mitarbeitern sind 15 schwer behindert. Außerhalb der Gastronomie kamen sieben weitere Integrationsbetriebe wie "Biokost"-Naturkostläden und Bäckereien hinzu, die 30 Gehörlose und Menschen mit psychischen Problemen dauerhaft beschäftigen.

Der einzige Wermutstropfen sind Kürzungen der Fördermittel. Diese stammen hauptsächlich von der so genannten Hauptfürsorgestelle der Senatssozialverwaltung. "Seit 1997 wurde die finanzielle Unterstützung um 43 bis 57 Prozent gekürzt", beklagt der Gastronomie-Chef Jörg Ortlepp, "jetzt müssen wir 70 Prozent unserer Einnahmen selbst erwirtschaften". Deshalb plane man erst einmal keine weitere Expansion, sondern konzentriere sich auf die Erhaltung der bestehenden Einrichtungen.

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