Restaurants : Berliner wollen Ekelliste für ganz Berlin

Vergammelte Tomaten, warm gelagertes Frischfleisch oder Spinnweben in der Küche - in Pankow wissen Verbraucher dank der so genannten Ekelliste, welche Restaurants sie besser meiden. Das wünschen sich die Berliner für die ganze Stadt - was sie sich noch wünschen, zeigt der erste Verbrauchermonitor.

Ekellisten wird es wohl nicht in ganz Berlin geben, kontrolliert wird trotzdem.Weitere Bilder anzeigen
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29.07.2009 08:29Ekellisten wird es wohl nicht in ganz Berlin geben, kontrolliert wird trotzdem.

Die Mehrheit der Berliner fordert einer Befragung zufolge die Veröffentlichung der Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen in Restaurants. 78 Prozent der Befragten hätten sich für entsprechende Kennzeichnungen gastronomischer Betriebe ausgesprochen, sagte Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Montag bei der Vorstellung des ersten Berliner Verbrauchermonitors.

Sie kündigte an, für Berlin ein einheitliches System zur Offenlegung der Ergebnisse einzuführen. Die beiden Modellprojekte in Pankow und Marzahn-Hellersdorf würden Anfang kommenden Jahres evaluiert. Auch rechtliche Bedenken müssten dabei geprüft werden.


Der Bezirk Pankow hatte Anfang März erstmals Schmuddelrestaurants namentlich und unter Nennung des Vergehens öffentlich gemacht. Hygienisch einwandfreie Betriebe können Verbraucher an einem Smiley erkennen, um den sich die Restaurants bewerben können. In Marzahn ist der Smiley ein grüner Bär, eine Negativliste gibt es dort nicht.

Jugendliche sollen lernen, besser mit Geld umzugehen

Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld sei die Suchtprävention, sagte Lompscher. Die Mehrheit der Berliner fordert der Umfrage zufolge einen besseren Jugendschutz in den Bereichen Alkohol und Finanzen. Knapp die Hälfte der Befragten zeigte sich unzufrieden mit den Strom- und Heizkosten in Berlin. Rund ein Viertel kritisierte die Lärmbelästigung im eigenen Wohnumfeld.

Den öffentlichen Nahverkehr beurteilten die Verbraucher mehrheitlich positiv, lediglich mit der S-Bahn zeigten sich 54 Prozent der Befragten unzufrieden. Das verloren gegangene Vertrauen müsse zurückgewonnen werden, forderte die Senatorin. Ein häufiger Wunsch war zudem der Schutz vor Werbeanrufen und Gewinnspielen.

Die Verbraucherzentrale wurde der Studie zufolge von jedem dritten Berliner genutzt. Fast 90 Prozent waren mit der Beratung zufrieden. Der Verbrauchermonitor soll künftig jährlich erscheinen.

Den vollständigen Verbrauchermonitor 2009 finden Sie hier. (sf/ddp)

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