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Rettungseinsatz bei der Nachtwanderung : Verirrte Jugendliche wohlauf

Die Jugendlichen, die sich zuletzt auf einer Nachtwanderung in Bayern verirrt hatten, haben den unfreiwillig langen Ausflug gut überstanden. Die Jugendorganisation Die Falken, die ihr Jugendheim in Bayern an die vereinsfremde Reisegruppe nur vermietet und nichts mit der Ferienfahrt zu tun hatte, ärgert sich sehr über das unverantwortliche Verhalten der falken-fremden Betreuer.

Katharina Wiechers

Nach ihrer missglückten Nachtwanderung in einem Wald in Bayern sind die Jugendlichen aus Berlin und Brandenburg wieder wohlauf. Das 16-jährige Mädchen und der gleichaltrige Junge aus Potsdam sowie der 13-Jährige aus Cottbus hätten den unfreiwillig langen Ausflug gut überstanden und setzten ihre Gruppenreise nun fort, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Eschenbach in der Oberpfalz dem Tagesspiegel am Dienstag. Das Mädchen, das sich am Fuß verletzt hatte, habe das Krankenhaus nach einer kurzen Behandlung wieder verlassen.

Die insgesamt neun Jugendlichen waren in der Nacht zu Montag mit zwei Betreuern zu einer Nachtwanderung in einem Wald nahe Neustadt am Kulm (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) aufgebrochen. Von verschiedenen Punkten aus sollte ein Aussichtsturm angesteuert werden. Aus bislang ungeklärter Ursache waren die beiden Potsdamer und der Cottbuser letztlich ohne Betreuer unterwegs. Laut Polizei hatten sie keine Taschenlampen und waren zudem nicht warm genug angezogen, obwohl in jener Nacht Minusgrade herrschten. Die Polizei war ins Spiel gekommen, weil eine Anwohnerin Licht am Aussichtsturm entdeckt und deshalb die Beamten alarmiert hatte. Am Turm eingetroffen erfuhren die Polizisten, dass die drei Jugendliche sich verlaufen hatten und informierten die Feuerwehr. Die Vermissten konnten zwar über Handy erreicht werden, waren aber orientierungslos. Erst nach über vier Stunden gelang es den Einsatzkräften, sie zu finden. Alle drei waren leicht unterkühlt, das am Fuß verletzte Mädchen musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Offenbar erlitt sie eine Bänderdehnung. Mittlerweile sei die Gruppe wieder in ihrer Unterkunft in Speichersdorf (Landkreis Bayreuth), sagte der Sprecher. Die Reise werde nicht abgebrochen, da alle wohlauf seien. Bei dem Jugendheim handelte es sich zwar um eine Ferieneinrichtung der bayerischen Jugendorganisation Die Falken - diese hatte aber nach eigener Aussage mit der vereinsfremden Gruppe nichts zu und hatte auch keine ihrer intensiv ausgebildeten Betreuer für die Fahrt gestellt. Die Verärgerung über das unprofessionelle Verhalten ihrer Mieter war groß.

Es werde geprüft, ob gegen die 50 und 52 Jahre alten Betreuer aus Berlin und Königs Wusterhausen ermittelt werde, fügte er hinzu. Möglicherweise müssten sie sich wegen Verletzung der Aufsichtspflicht oder fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Wer die Reise organisiert hat, war zunächst unklar. In der Unterkunft der Jugendlichen war zu erfahren, dass die Veranstalter schon seit fünf Jahren nach Speicherstadt kommen. Auch die Nachtwanderungen sollen regelmäßig stattgefunden haben, bislang ohne Zwischenfälle.

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