• Rettungshelikopter zieht von Tempelhof nach Marzahn um Hubschrauber im Unfallkrankenhaus stationiert

Berlin : Rettungshelikopter zieht von Tempelhof nach Marzahn um Hubschrauber im Unfallkrankenhaus stationiert

Die Anwohner befürchten hohe Lärmbelastung

Stefan Jacobs

Wenn der Flughafen Tempelhof geschlossen wird, soll auch der dort stationierte Rettungshubschrauber umziehen. Als neues Domizil ist das Unfallkrankenhaus (UKB) in Marzahn vorgesehen – zum Ärger vieler Nachbarn in den Wohngebieten ringsum. Sie fürchten mehr Lärm und Dreck, wenn der Hubschrauber nicht mehr nur bei Einsätzen an- und abfliegt, sondern auch zum Parken landet. Rund 680 gültige Einwendungen sind nach Auskunft der Stadtentwicklungsverwaltung bei der oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg eingegangen. Am Montag werden sie in einer öffentlichen Anhörung erörtert.

Krankenhaus-Chef Axel Ekkernkamp hofft, dass der von seinem Haus beantragte Neubau des Hangars genehmigt wird. Die Klinik sei vor allem bei Verbrennungsmedizin, Handchirurgie und bei Rückenmarkverletzungen praktisch als erste Adresse in Nordostdeutschland etabliert und müsse entsprechend gut erreichbar sein. „Jeder zweite Patient, den wir stationär behandeln, kommt als Notfall“, sagt Ekkernkamp – und fügt mit Blick auf die Stationierung des Hubschraubers hinzu: „Es gibt Superargumente dafür und dagegen.“ Er verstehe den Ärger der Nachbarn; das UKB werde sie gegebenenfalls vor Lärm schützen und einigen beispielsweise Schallschutzfenster bezahlen müssen. Allerdings müsse die Belastung ringsum nicht zwangsläufig zunehmen, zumal die Piloten ihre Anflugroute künftig nicht mehr frei wählen dürften, sondern einen Weg vorgegeben bekämen. Die Planungen würden maximal 2137 Flüge pro Jahr erlauben – also knapp sechs im Tagesmittel. Die reale Zahl soll laut UKB aber deutlich darunter liegen.

Manche Anwohner hoffen darauf, dass die Pläne noch geändert werden und der Hubschrauber stattdessen zum Klinikum Buch mit dessen dünner besiedelten Umgebung umziehen könnte – oder gleich ins Umland. Bei der Anhörung an diesem Montag geht es jedoch nicht um Alternativen, sondern nur um Argumente für und wider den Hangar am UKB.

Anhörung für Einwender am Montag ab 10 Uhr im Hörsaal im Kesselhaus des Unfallkrankenhauses Marzahn, Warener Str. 7. Sollte die Zeit bis zum Abend nicht ausreichen, kann die Anhörung am Dienstag fortgesetzt werden.

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