Berlin : „Revolution in Berlin“

Die Zeitung Hürriyet stellt ihre neue Beilage für die Stadt vor

Suzan Gülfirat

Jeden Montag im Tagesspiegel: ein Rückblick auf die in Berlin erscheinenden türkischen Tageszeitungen.

Von einer „Revolution in Berlin“ berichtete am Mittwoch die Tageszeitung Hürriyet. Die Zeitung wollte mit dieser reißenden Schlagzeile ihren Lesern die neue Berlin-Beilage vorstellen, die jetzt jeden Mittwoch erscheinen wird. „Hürriyet Berlin“ steht in dicken, roten Buchstaben oben rechts auf der Titelseite der sechsseitigen Neuerscheinung. Links daneben sind die Wappen dder Türkei und Berlins zu sehen. Groß war die Begeisterung der Zeitung am ersten Tag des Erscheinens. In einem kurzen Text auf der Titelseite hieß es: „Die Hürriyet sagt Berlin heute ein ganz besonderes Merhaba. (…)

Die Zeitung Hürriyet, so hieß es weiter, werde als „Stimme des Volkes auch im Lokaljournalismus zeigen, wie mächtig sie ist“. Auf der Titelseite waren der türkische Botschafter Osman Korutürk und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zu sehen. Sie schrieben Grußworte.

Die Hürriyet enthält bereits an fünf Tagen in der Woche eine Europa-Beilage. Denn die türkischen Zeitungen müssen, um eine breite Leserschicht zu erreichen, über die wichtigsten Themen aus der Türkei und aus ganz Europa berichten, weil sie in mehreren europäischen Ländern erscheinen. Für lokale Themen ist deshalb kaum Platz. Deshalb gibt es nun eine Berlin-Beilage. Da geht es zum Beispiel auf einer halben Seite um den Polizeiberuf in Berlin. Polizeipräsident Dieter Glietsch gibtTipps, welche Voraussetzungen Jugendliche für diesen Beruf erfüllen müssen. Dann wird die Leiterin der Niederlausitz-Schule in Kreuzberg zitiert: „Beide Sprachen sind schwach.“ 57 Prozent ihrer Schüler seien türkischer Herkunft. Die Schulleiterin gibt Tipps, wie Eltern ihren Kindern helfen können, Deutsch zu lernen. Die letzte Seite ist ganz dem Lokalsport gewidmet. „Ich bin mir sicher, dass diese Beilage unseren Landsleuten gefallen wird“, meinte der türkische Botschafter in seinem Grußwort auf der Titelseite. „Das ist ein Beispiel für die enge Verbundenheit der Türken zu Berlin“, schrieb der Regierende Bürgermeister. Er wünschte der Beilage „eine weite Verbreitung und großen Erfolg“. Nicht nur das: „Ich darf mich sehr herzlich für dieses Projekt bedanken.“

Glück wird Hürriyet für dieses neue Projekt brauchen. Vor mehr als zwei Jahren bekam die Zeitung einen neuen Besitzer und mit ihm verschwand die damalige Berlin-Beilage. Bald darauf fügte die größte Hürriyet-Konkurrenz, die Tageszeitung Türkiye, ihrer Dienstagsausgabe eine Berlin-Beilage bei. Aber auch sie erschien recht bald nicht mehr. Anscheinend lohnte sich das Geschäft für die Türkiye nicht.

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