Berlin : Revolutionär wider Willen

Zum 150. Geburtstag zeigt das Technikmuseum eine Schau über Max Planck

Paul Janositz

Schmal, blass, hohe Stirn, zotteliger Schnauzer – das Gesicht von Max Planck wird der Besucher dieser Ausstellung im Deutschen Technikmuseum nicht so schnell vergessen. „Max Planck – Revolutionär wider Willen“ heißt die Schau anlässlich des 150. Geburtstags dieses Physikgenies. Mit vielen Fotos und Briefen wird belegt, wie der in Kiel geborene Sohn eines Juraprofessors zum Umstürzler in der Physik werden konnte. Um 1900 waren die experimentellen Ergebnisse zur Wärmestrahlung nur durch die Annahme zu erklären, dass die Energie nicht kontinuierlich, sondern gestückelt zu beschreiben sei. Das Plancksche Wirkungsquant wurde eingeführt. Die revolutionäre Quantenphysik war geboren.

Dabei war Planck ein durch und durch konservativer Mensch. Auf preußische Tugenden wie Fleiß und legte er auch bei der Erziehung seiner Kinder Wert. Ein Foto von 1900 zeigt ihn mit Frau und Kindern. Man ahnt das Familienglück und liest auf den Infotafeln, wie es zerbrach. 1916 fiel Sohn Karl, dann starben die Zwillingstöchter Grete und Emma im Wochenbett und im Januar 1945 musste der 86-Jährige von der Hinrichtung seines Sohnes Erwin erfahren. Die Ausstellung dokumentiert Plancks Bittbriefe an Himmler und Hitler. Doch der Physik-Nobelpreisträger und ehemalige Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft konnte nichts ausrichten. Im Februar 1944 war sein Haus im Grunewald durch Bombenangriffe zerstört worden, Bücher, Briefe und wissenschaftlichen Notizen waren verbrannt. Umso eindrucksvoller, was in der Ausstellung zusammengetragen wurde. Auch komplizierte Fakten werden anschaulich erklärt. Wer sich Zeit nimmt, die informativen Schautafeln sowie Film- und Tondokumente zu studieren, erfährt viel über den Menschen und Forscher Max Planck und über die Gesellschaft, die ihn prägte. Paul Janositz

Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 - 17.30 Uhr, Wochenende und Feiertag 10 - 18 Uhr; Eintritt 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Internet: www.dtmb.de

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