Berlin : Rexrodt war keine TrumpfkarteNACH DER WAHL: DIE FDP

Die Berliner FDP verfehlte ihr erklärtes Wahlziel

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Von dem erhofften zweistelligen Ergebnis sind die Berliner Liberalen weit entfernt. Zehn Prozent hatten sie bei der Abgeordnetenhauswahl im vergangenen Jahr erreicht, 6,7 Prozent sind davon geblieben. Landeschef Günter Rexrodt, immer noch konkurrenzlose „Nummer eins“ der Berliner Liberalen, bewertete das Ergebnis als „eines, das sich sehen lassen kann“. Schließlich habe die FDP besser abgeschnitten als vor vier Jahren. Damals hatten die Liberalen in Berlin fünf Prozent der Stimmen geholt.

Den Vergleich mit den zehn Prozent bei der Abgeordnetenhauswahl mag nun keiner mehr ziehen. „Eine Bundestagswahl ist keine Abgeordnetenhauswahl“, sagte Rexrodt. Mehr als sechs, sieben Prozent seien wegen der „allgemeinen Misere in der Partei“ nicht drin gewesen. Der Faktor Jürgen Möllemann hat wohl auch die Berliner Liberalen Stimmen gekostet. Wahr ist sicher auch: Vor allem in den Ostbezirken hatten die Kandidaten der FDP – auch durch die Polarisierung zwischen SPD und PDS – denkbar schlechte Chancen, überhaupt wahrgenommen zu werden. Insgesamt haben die Berliner Liberalen es bisher nicht geschafft, wieder in eine starke Oppositionsrolle hineinzuwachsen. Der Aufwind aus dem vergangenen Herbst ist offenbar verpufft. Es ist der FDP nicht gelungen, Stimmen aus dem bürgerlichen Lager für sich zu gewinnen. Das Profil der Berliner FDP ist nach wie vor schwer erkennbar. Die Wahlkampfstrategie, alles auf die Karte Günter Rexrodt zu setzen, ging nicht auf. clk

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