Berlin : RIBBECKHAUS UND ALTER MARSTALL

Bisweilen geht es Häusern wie Lebewesen: Sie wachsen mit dem Alter. Das der Spätrenaissance zugerechnete Ribbeckhaus in der Breiten Straße 35 sogar um ein ganzes Stockwerk: Anfang des 17. Jahrhunderts wurde es gebaut, im Dreißigjährigen Krieg zerstört, die Reste 1624 an den Kammerherren Hans Georg von Ribbeck verkauft, der das Gebäude in neuer Form wiederherstellte, bald aber erneut verkaufte. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde es in den benachbarten Alten Marstall einbezogen, beide Gebäude bilden noch heute eine Einheit. In den ersten Jahrhunderten saßen die vier Zwerchgiebel noch auf dem ersten Obergeschoss, erst 1804 wurde ein zweites Obergeschoss dazwischengesetzt (Abbildung von 1850) . Nach schwerer Beschädigung im Krieg wurden Ribbeckhaus und Marstall in den fünfziger und sechziger Jahren saniert. Beide beherbergen die Zentral- und Landesbibliothek mit dem Zentrum für Berlin-Studien. Das Projekt einer neuen Landesbibliothek auf dem Tempelhofer Feld, in das auch die Teile aus der Breiten Straße einziehen und ihren Platz fürs Stadtmuseum freigeben könnten, muss durch das BER-Debakel möglicherweise verschoben werden.

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