Berlin : Richtfest für neue Eissporthalle Fertigstellung verzögert sich auf Spätsommer 2011

Am kommenden Freitag feiert das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf das Richtfest seiner neuen Eissporthalle in der Glockenturmstraße 14. Die Halle auf dem ehemaligen Parkplatz 9 des Olympiastadions enthält zwei wettkampfgerechte Eisflächen von 60 mal 30 Metern. Eine davon ist komplett von der Halle umschlossen und bietet etwa 1000 Zuschauern Platz, die andere ist überdacht, aber an drei Seiten offen. Der Bau begann vor ziemlich genau einem Jahr und wird wegen des vergangenen harten Winters nicht im Mai 2011 fertig, sondern erst im Spätsommer.

Der Eissport sei „ein wichtiger Baustein in der Sportstadt Berlin“, sagte Reinhard Naumann, Stadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport (SPD). Den 15 Millionen Euro teuren Neubau bezeichnete er als einen „wichtigen Ausgleich für die Hallen, die in den vergangenen Jahren schließen mussten“. Der Mangel an Eissportflächen in Berlin sei damit aber noch nicht behoben.

Immerhin wird sich die Situation auf den Berliner Eisflächen ab 2011 entspannen. Es war eng geworden, nachdem zuerst die Halle an der Jafféstraße einem neuen Messe-Eingang weichen musste und auch deren Ersatz mit der Stilllegung der Deutschlandhalle verloren ging. Die derzeitige Zwischenlösung im Hangar 3 auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof ist für die Eisläufer unbefriedigend, weil der Platz nicht für eine Standardeisfläche ausreicht und der Januar für die Modemesse „Bread & Butter“ reserviert ist. Die Vereine haben ihre Trainingszeiten zum Teil auf 45 Minuten verkürzen müssen, damit alle zum Zuge kommen. „Ein Eishockeytorwart zieht sich da länger um, als er zum Trainieren auf dem Eis steht“, sagte Ralf Schönfeld, Leiter des Bereichs Sportförderung im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.

In der neuen Halle sollen unter anderem die ECC Preußen Juniors Berlin ihre Oberligaspiele austragen. Sie wird aber auch den vereinslosen Eisläufern offenstehen und das Wilmersdorfer Horst-Dohm-Eisstadion entlasten, das jährlich von 200 000 Eisläufern besucht wird. Die Zeiten für den öffentlichen Lauf müsse der Bezirk noch ausrechnen, sagte Naumann. Dieter Matz, zweiter Vorsitzender des Berliner Eissport-Verbands, schätzte die Zahl der Eisläufer in Berlin auf 300 000. Die Hobby-Eisläufer seien „die Säule des Sports“ und bräuchten ihren Platz, sagte Matz. Ohne sie könne es keinen Leistungssport geben. „Wir müssen den Nachwuchs auf die Bahnen bekommen.“ che

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben