Berlin : Richtfest für ungarisches Kulturinstitut

Matthias Oloew

Während das British Council sein Angebot in Berlin, wie berichtet, stark einschränkt, bauen die Ungarn ihr Kulturinstitut aus. Gestern feierte der Kulturminister István Hiller zusammen mit zahlreichen Gästen Richtfest für den Neubau des Centrums Hungaricum am Maxim- Gorki-Theater. An der Adresse Dorotheenstraße 12–14 war schon vor dem Zweiten Weltkrieg die ungarische Kultur zu Hause. „Der Neubau ist Ausdruck einer Kontinuität“, sagte Hiller. Rund fünf Millionen Euro kostet der Bau nach Entwürfen des Büros Schweger. Im November soll der Betrieb beginnen.

Unumstritten war das teuerste Projekt des ungarischen Kulturministeriums nicht. „Es gab Streit in der Regierung“, sagte Hiller, der sich stets für den Neubau ausgesprochen hatte. Mit Blick auf die Kürzungen beim British Council sagte er: „Jedes Land muss Prioritäten setzen. Unsere heißt Berlin.“ Ganz frei von äußeren Zwängen war die Entscheidung für den Neubau indes nicht. Das Grundstück hatte Ungarn 1997 zurückerhalten, nachdem es dem Land unrechtmäßig enteignet worden war – vom einstigen Bruderstaat DDR. Auf der Brache musste das Land aber neu bauen, so Hiller, „sonst wäre das Grundstück an die Bundesrepublik zurückgefallen“.

Da die Ungarn sich den Neubau eigentlich nicht leisten können, finanzieren deutsche Partner das Projekt vor. 30 Jahre lang wird Ungarn dann Miete zahlen, was nach Ablauf dieser Frist in etwa den Baukosten entspricht. „Ungarn bleibt aber Eigentümer des Grundstücks und des Gebäudes“, sagte Hiller. Künftig wird das Kulturinstitut 3000 Quadratmeter für Ausstellungen, eine Bibliothek und Gästewohnungen nutzen können. Im bisherigen Domizil an der Karl-Liebknecht-Straße sind es rund 2200 Quadratmeter. Diese Räume geben die Ungarn auf.

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