Berlin : Richtiger Riecher

-

Am Donnerstag ging die „Goldene Nase“, mit der seit 27 Jahren unter den Berliner Modemachern ausgezeichnet wird, wer „einen guten Riecher bewiesen hat“, an Olaf Fechner. Der ist zuerst Kürschner, erst dann Designer. Als Fechner seine gute Nase in den Wind hielt, da witterte er die Renaissance des Pelzes. Schon sein Vater war Kürschner und der Sohn musste sich schon einigermaßen anstrengen, wollte er „das Statussymbol der konventionellen Eleganz“ abwandeln. Da ihm das so überzeugend gelang, erhielt er nun Ehrung. Fechner, der in Lichterfelde verarbeitet, bestritt bei der Verleihung des Preises auch die Modenschau. Zu den Zusehern gehörte auch der Botschafter von Namibia, Hinyangerwa Pius Asheek. Schön sind sie, die Pelze, gefärbt und geschoren, elegant geschnitten, man trägt sie aufgebunden und abgewickelt, man trägt Pelzblusen und stolze Hauben. Auch im Publikum haben viele aus gegebenem Anlass ein Fellstück hervorgeholt. Pelz ist wieder „schmeichelnder Besatz oder witziges Accessoire“, eine FauleEier-Kontrolle am Eingang hielt niemand für nötig. Aber die Anti-Pelz-Bewegung hat sicherlich eines hinterlassen: eine Wissenslücke. Wer kann schon noch sagen, vom bloßen Hingucken, ob es der Finnraccoon gefärbt, die Nerzbluse tiefgeschoren, oder der Samtwiesel bedruckt sind? ded

0 Kommentare

Neuester Kommentar