Berlin : Riesenrad kommt nicht in Schwung

Direktor des Technikmuseums hat noch Bedenken gegen Kooperation

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Die Pläne für ein 175 Meter hohes Riesenrad neben dem Deutschen Technikmuseum am Gleisdreieck sind im Stadtplanungsausschuss FriedrichshainKreuzberg gestern Abend sehr unterschiedlich bewertet worden. Der eingeladene Museumsdirektor Dirk Böndel und ein Vertreter der Kulturverwaltung zeigten sich skeptisch, während Vertreter der Stadtentwicklungsverwaltung das Projekt verteidigten. Ein Beschluss fiel noch nicht. Die Zeit wird jedoch knapp, denn die Investoren wollen ihr „World Wheel Berlin“ zur Fußball-WM 2006 eröfffnen.

Ein Vertreter der „Arbeitsgemeinschaft Gleisdreieck“ trug Sorgen von Anwohnern um die seit Jahren vorgesehene Grünanlage auf dem Gleisdreieck vor. Das Riesenrad könne Hochhausprojekte nach sich ziehen, auch die Verkehrsbelastung sei unklar.

Museumsdirektor Böndel sagte, der langfristig geplante Ausbau seines Hauses werde durch das Riesenrad „erschwert oder unmöglich gemacht“. Die Investoren böten zwar Ausstellungsflächen in der so genannten Abflughalle des Riesenrads an, ihm fehle hierbei aber die „klare Trennung“ zwischen Kommerz und dem Museum mit seinem wissenschaftlichen Anspruch. Auch Richard Dahlheim von der Kulturverwaltung sah die Interessen des Museums „nicht ausreichend gewahrt“. Eine Machbarkeitsstudie gebe es seit Ende Februar, kritisierte er. Überraschend gab er bekannt, ein Teil des Planungsgeländes gehöre nicht der Bahn, sondern der Kulturverwaltung.

Investorensprecher Dirk Nishen bemühte sich erneut, Bedenken zu zerstreuen. Das Riesenrad werde sich lautlos drehen und nachts nur dezent beleuchtet sein. An einem „Rummel“ sei niemand interessiert; vielmehr müsse die Baugenehmigung „Kirmesangebote“ in der Umgebung ausdrücklich verbieten. Eine Bauruine drohe nicht, weil der Riesenrad-Hersteller einen Festpreis garantiere. Institute hätten das Finanzierungskonzept bereits überprüft. Das Geld komme von einem „institutionellen Großanleger“, Privatleuten und der Betreiberfirma. Namen dürfe er aber noch nicht nennen. CD

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