Berlin : Ringen um höhere Preise im Nahverkehr

Unternehmen sind dafür Ja der Politik ungewiss

Klaus Kurpjuweit

Noch ist unklar, ob im nächsten Jahr die Preise im öffentlichen Nahverkehr steigen werden. Die BVG und die S-Bahn sowie die Bahn im Regionalverkehr und die meisten anderen Unternehmen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) wollen eine Tariferhöhung, bezweifeln aber intern, ob sie diesen Wunsch politisch durchsetzen können. Am Mittwoch will der BVG-Aufsichtsrat den Kurs festlegen; gleichzeitig tagen die Vertreter der Unternehmen im VBB.

Demnach sollen die Preise für Abonnenten unverändert bleiben. Sie waren in den vergangenen Jahren meist überproportional erhöht worden. Kräftig steigen sollen dagegen vor allem die Preise für Einzelfahrscheine – jeweils um 20 Cent. Eine Fahrt innerhalb des Stadtgebiets (Tarif AB) würde dann 2,30 Euro kosten, der Preis für Fahrten in Berlin und dem Umland (ABC) würde auf 2,80 Euro steigen. „Moderat angepasst“ werden sollen die Preise für Schüler- und Geschwistertickets, die derzeit 26 Euro beziehungsweise 16 Euro kosten.

Die Preise werden am Ende vom VBB-Aufsichtsrat beschlossen, in dem Vertreter der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Landkreise in Brandenburg sitzen. Eine vor allem von der BVG geforderte Tariferhöhung in diesem Jahr war am Widerstand des Senats gescheitert. Im Wahljahr sollte es keine Auseinandersetzung über Fahrpreise geben. Ob jetzt eine neue Koalition, egal ob rot-rot oder rot-grün, ausgerechnet mit der Zustimmung zu einer Fahrpreiserhöhung im Nahverkehr starten wird, halten selbst die Unternehmen für zweifelhaft.

Im Wahlkampf hatten sich Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) und die Grünen gegen weitere Preissteigerungen im Nahverkehr ausgesprochen. Die SPD will, dass die Unternehmen erst nachweisen, dass es zu einer Erhöhung der Preise keine Alternative gibt. Ziel müsse es sein, mehr Fahrgäste zu gewinnen, sagte SPD-Verkehrsexperte Christian Gaebler. Die letzte Erhöhung gab es zum 1. August 2005. Jetzt soll es nach dem Willen der Unternehmen am 1. Januar wieder so weit sein.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben