Berlin : Ringetausch auf hoher See

Helga und Klaus Ludszuweit feierten Silberne Hochzeit

Maren Sauer

„Es hat sich einfach gut gefügt – wie so vieles in unserem Leben“, sagt Helga Ludszuweit und meint ein Ereignis, das 16 Jahre zurückliegt. Ihre Tochter war damals drei, der Sohn sieben, und Ehemann Klaus und sie suchten eine neue Wohnung. Da traf es sich gut, dass die komfortablere Nachbarwohnung frei wurde. Andere Fügungen in ihrer gemeinsamen Vita offenbaren das Gute freilich erst auf den zweiten Blick. Nach der Lehre zur Rechtspflegerin wollte die heute 57-Jährige zunächst Karriere machen. Mit 30 hatte sie das angestrebte Etappenziel erreicht, und die Suche nach dem Mann fürs Leben konnte beginnen. „Eigentlich hatte ich nur die Vision, einen zu finden, der mich von meinem blöden Mädchennamen erlöst.“ Der lautete Buttgereit. Daran, dass es noch schlimmer kommen könnte, verschwendete die Berlinerin keinen Gedanken – bis sie am 26. September 1975 beim Polterabend einer Freundin Klaus kennen lernte. Obwohl er nicht unbedingt Interesse zeigte, trafen sich die beiden zwei Tage später wieder: auf Gudruns Hochzeit. „Danach lief das mit uns eben so an“, erzählt Klaus, dessen anfängliche Faszination für Helga vor allem darauf basierte, dass sie sich seinen Nachnamen merken konnte. „Ende 1976 verlobten wir uns, nachdem ich Helga meinen Eltern vorgestellt hatte“, berichtet der gebürtige Flensburger. In dichtem Schneetreiben hatten sie sich an Bord der Fähre von Föhr nach Amrum auf hoher See die Ringe aufgesteckt.

Am 14. Oktober 1977 schließlich legte sie im Schöneberger Rathaus den Geburtsnamen ad acta und trat noch am selben Tag als Helga Ludszuweit vor den Altar der Heiligkreuzkirche. Es dauert ein Weilchen, bis sie sich an den neuen Namen gewöhnt hatte. Je älter man zusammenkomme, desto ausgeprägter seien eben die Eigenheiten, weiß ihr Mann, der zwei Tage nach der Heirat 30 wurde. Auf eine aktuelle Erfahrung hätte das Silber-Paar indes gerne verzichtet. Im Frühjahr verlor Klaus Ludszuweit den Arbeitsplatz als EDV-Techniker. Wenige Wochen später wurde seine Frau im Bundesjustizministerium zur Amtsrätin befördert. „Durch die zeitliche Nähe war das zwar eine enorme Diskrepanz“, gibt sie zu, „aber zumindest finanziell passte es dann doch wieder ganz gut.“

HOCHZEIT DER WOCHE

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