Berlin : Ringvorlesungen auf dem S-Bahn-Ring

Wieder Protestaktionen von TU-Studenten gegen die Sparpolitik

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Studenten der Technischen Universität (TU) Berlin haben am Freitag ihre Proteste gegen die Sparpolitik des Senats fortgesetzt. Mit Flugblättern forderten sie ihre Kommilitonen zum „Streik“ auf. Mit der Besetzung des Mathematikgebäudes und Vorlesungen in SBahnen wandten sie sich gegen weitere Einsparungen im Wissenschaftsbereich Berlins. Die Aktionen seien durchgängig positiv aufgenommen worden, sagte der Sprecher des Allgemeinen Studentenausschusses AStA, Mathias Hofmann.

Sechs „Ringvorlesungen“ fanden unter Leitung von Dozenten in der S-Ringbahn statt. Bereits am frühen Morgen drängten sich 50 Studenten zum „kollektiven U-Bahn-Fahren“ in einen Waggon. Die BVG sei nicht eingeschritten. Das Mathematikgebäude an der Straße des 17. Juni war von 7 bis 8.30 Uhr besetzt und mit Ketten verschlossen gewesen. Die Studenten wenden sich gegen die vom Senat beschlossenen weiteren Streichungen in der Wissenschaft sowie gegen Studiengebühren und Studienkonten. Auch fordern sie mehr Mitbestimmung in den universitären Gremien. Bis zum Nachmittag tagten mehrere hundert Studenten im Audimax, um weitere Forderungen zu erarbeiten und die nächste Woche vorzubereiten.

Die Studentenvertretung der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) kündigte für kommenden Mittwochmittag eine „Vollversammlung“ der Studierenden an. Dort soll über eine Beteiligung der HUB an den Protesten entschieden werden. Die Lehrer- und Wissenschaftlergewerkschaft GEW Berlin sowie der Präsident und der Personalrat der TU solidarisierten sich mit den Studenten. Der Personalrat verwies darauf, dass die Einsparungen vor allem Personalabbau bedeuten. Die TU Berlin hat sich bislang geweigert, den auf sie entfallenden Sparbeitrag von 29,3 Millionen Euro zu akzeptieren.

Die TU-Studenten wollen am Montag die Aktionen mit weiteren „Ringvorlesungen“ und einem „kollektiven U-Bahn-Fahren“ fortsetzen. Zudem sollen „Störtrupps“, so Hofmann, Vorlesungen sprengen. Ob das Hauptgebäude besetzt wird, sei noch nicht entschieden.dpa

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