Berlin : Rob Brown: Ich bin kein Star

Andreas Conrad

Also, was schreibt man als blutjunger Schauspieler, wenn einem aus der Journalistenschar zuletzt das Presseheft zum Film für ein Autogramm hingeschoben wird? Zumal wenn es der erste ist, den man überhaupt gedreht hat und man dem plötzlichen Rummel um die eigene Person noch ziemlich fassungslos gegenübersteht? "Best wishes", langsam schreibt Rob Brown es hin, malt fast seinen Namen. Geschafft, diese Runde ist überstanden - und doch, bei aller leisen Beklommenheit am Anfang, sie geht an Rob.

Schon am Mittwoch, als er kurz nach der Ankunft zum ersten Mal von Kameras umzingelt wurde, war da dieses seltsame Gefühl, die irritierte Frage an sich selbst: "Wer bin ich denn?" Kein Star, da ist sich Rob Brown sicher, obwohl er doch, damals sechzehn, gleich in seinem ersten Film die zweite Hauptfigur neben Sean Connery war, in Gus van Sants "Finding Forrester". Nicht, dass er sehr nervös reagierte, als er Connery zum ersten Mal gegenüberstand und mit ihm und dem Regisseur die erste gemeinsame Leseprobe bewältigte. Aber die Gelassenheit, die er dabei wohl gezeigt haben muss, hatte doch nichts mit übertriebenem Selbstbewusstsein gemein. Jetzt plötzlich überschnappen und sich als Shooting Star sehen, ist nun mal nicht Robs Natur. Wer ihn besonders vor solchen Allüren bewahre? "Ich denke, meine Mutter."

An eine Hauptrolle hatte der in New York lebende Schüler nie gedacht, als er einen Zettel in die Hand bekam, der zum Vorsprechen einlud. Der Gesuchte sollte ein junger Schwarzer mit passablen Basketballkenntnissen sein. Der Termin kam, dann ein zweiter, und plötzlich, nach dem Treffen mit Connery, hatte er die Zusage.

Jetzt kommt es schon mal vor, das ihn die Leute auf der Straße erkennen, aber sicher sind sie sich dann noch nicht und lassen ihn in Ruhe. Ohnehin sieht er in der Schauspielerei nicht seine Zukunft. Es hat Spaß gemacht, das schon, er würde auch gerne etwas weitermachen, hat sogar einen Agenten und studiert angebotene Drehbücher. Aber eigentlich will er studieren, nicht Literatur und Geschichte wie der junge Jamal im Film. Lieber möchte er Ingenieur werden, Computerspezialist vielleicht. Schauspielunterrricht? Kann er dabei nicht gebrauchen.

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