Berlin : Robbie Williams steht Kopf für Berlin

Für seine zwei Shows nimmt der Superstar einige Mühen auf sich – und fährt mit seinem Tross quer durch die Stadt

Matthias Oloew

Berlin ist Robbie Williams besonders viel Aufmerksamkeit wert. In keiner anderen Stadt während seiner „Escapology“-Tour bleibt er zwei Tage. Er tritt auch an zwei verschiedenen Orten auf: heute in der Wuhlheide, morgen in der Waldbühne. Beide Konzerte sind seit Monaten ausverkauft. Für die Logistiker der Tour ist das eine große Herausforderung. Die gesamte Bühnentechnik muss noch in der Nacht abgebaut, durch die Stadt transportiert und am nächsten Morgen wieder aufgebaut werden. 460 Techniker und Bühnenarbeiter sind dafür nötig.

In allen anderen Orten seiner Tournee tritt Williams in Stadien oder auf Festwiesen auf. In Berlin war aber das Olympiastadion wegen der Umbauarbeiten nicht verfügbar. Dass der britische Superstar dennoch nach Berlin gekommen ist, kann man als ein besonderes Faible für die Stadt werten. Denn im Stadion erreicht Williams an einem Abend rund 60000 Fans, an den beiden Abenden in Berlin zusammen knapp 40000. Gleichzeitig sind die Kosten in Berlin höher, weil die gesamte Technik auf 22 Lastwagen durch die Stadt gekarrt werden muss. Die eigens für Williams konstruierte Bühne, auf der er im Olympia-Stadion in München aufgetreten war, ist derweil schon auf dem Weg nach Mannheim – weder in der Wuhlheide noch in der Waldbühne reichte der Platz dazu aus. Die Fans sollen aber nach Angaben des Berliner Konzertveranstalters in der Show keinen Unterschied bemerken.

Der Zeitplan für die Bühnentechniker sieht ungefähr so aus: Bis zwei Uhr in der kommenden Nacht montieren sie die Bühne in der Wuhlheide auseinander, hieven sie auf die 22 Lastwagen und Sattelschlepper, um sie ein paar Stunden später in der Waldbühne wieder aufzubauen. Ab sieben Uhr in der Früh steht dort der zweite Aufbautrupp bereit. Pro Show schrauben 230 Techniker an der Ausrüstung herum – zusammen also 460. „Eine logistische Weltmeisterleistung“, sagt Bernd Hoffmann vom Konzertbüro „Die Veranstalter“. Warum aber spielt er auf zwei verschiedenen Bühnen? Angeblich wollte er sowohl im Ost- wie im Westteil der Stadt auftreten. Fest steht, dass sowohl Wuhlheide als auch Waldbühne den Superstar gerne für zwei Abende bei sich gesehen hätten. Über die Gründe schweigen sich alle aus. Bernd Hoffmann vermutet: „Es war der besondere Wunsch des Künstlers.“

Das würde zu Williams passen. Er mag Berlin. Im Februar kam er zur Echo-Verleihung, ließ im Gegenzug die Gala zur Verleihung der Brit-Awards sausen. Seine neue Platte präsentierte Williams nicht in London, sondern in Berlin, in der britischen Botschaft. Dort ist er für die Tage, in denen er jetzt in der Stadt ist, nicht angemeldet, wohl aber bei der Party zur Deutschlandpremiere von „3 Engel für Charlie“ in der Nacht zu Mittwoch. Was er sonst zwischen den Konzerten machen wird, ist streng geheim. So viel scheint klar: Wohnen wird Williams im Four Seasons am Gendarmenmarkt. Das Hotel kennt er – im Februar logierte er bereits dort. Seine Suite war seit Tagen für ihn reserviert. Am Montagabend harrten etwa ein Dutzend Fans vor dem Hotel aus, um auf seine Ankunft zu warten. Wie viele Zimmer er gebucht hat, ist wieder geheim. In München sollen es 30 gewesen sein.

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