Berlin : Rockbands statt Schlittschuhe

Super Stimmung bei „Kuttner on Ice“

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Der Name führt leicht in die Irre: Bei „Kuttner on Ice“ gibt es keine Pirouetten und Rittberger zu bestaunen, statt Schlittschuhläufern treten Rockbands auf. Zum zweiten Mal lud MTV-Moderatorin Sarah Kuttner am Samstagabend zu ihrer persönlichen „Rockrevue“ in die Columbiahalle, diesmal kamen die britischen Bands Maximo Park, Art Brut und The Coral. Und 3500 Konzertbesucher, dabei hatte Kuttner angeblich vorher „panische Angst, dass wir die Halle nicht voll kriegen“. Besonders freute sie sich auf den Auftritt des Londoner Quintetts Art Brut – die seien „gigantisch“ und außerdem „ein bisschen wie Monty Python“. Womit die Moderatorin nicht ganz Unrecht hatte: Mit schräger Bühnenshow und Gaga-Texten wie „Bang, Bang, Rock and Roll“ brachten Art Brut auch die hinteren Reihen in der Halle zum Tanzen, und Sänger Eddie Argos hatte für das neue Lied „St. Pauli“ extra eine Zeile auf Deutsch auswendig gelernt: „Punkrock ist nicht tot!“ Die halbwegs korrekte Aussprache dürfte ihm Drummer Mikey B. beigebracht haben: Der kommt eigentlich aus Kempten im Allgäu und zog vor fünf Jahren nach London, um eine Band zu gründen. „Und jetzt stehe ich hier vor tausenden Menschen, und alle grölen unsere Lieder mit. Das will einfach nicht in meinen Kopf.“

Auch Maximo Park waren vom Berliner Publikum angetan: Zu Beginn haderte Sänger Paul Smith noch mit der Bühnentechnik, dann ließ er sich von der Stimmung in der Halle anstecken und sprang wild über die Bühne. Nachdem genügend Fans darum gebeten hatten, gab es auch den Hit „Apply some pressure“. Sarah Kuttner war mit ihrer Revue zufrieden und kündigte eine Fortsetzung für kommenden März an. Und weil sie immerzu nach dem Sinn des Namens „Kuttner on Ice“ gefragt werde und sie bisher keine plausible Antwort geben könne, schuf Kuttner Fakten und verteilte kistenweise Eis am Stiel im Publikum. sle

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