Rocker plaudern über Drogenhandel : Weiterer Prozess gegen mutmaßliche Bandidos

Seit Donnerstag müssen sich die mutmaßlichen Bandidos Ümit G. und Olcay A. vor Gericht verantworten. Sie sollen rund 500 Drogengeschäfte abgewickelt haben. Während das Gericht von bandenmäßigem Handel ausgeht, beteuern die Brüder, ihre Geschäften hätten nichts mit dem Rocker-Club zu tun.

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Seit Donnerstag müssen sich zwei mutmaßliche Bandidos wegen bandenmäßigem Drogenhandel in rund 500 Fällen vor einem Berliner Gericht verantworten. Foto: dpa
Seit Donnerstag müssen sich zwei mutmaßliche Bandidos wegen bandenmäßigem Drogenhandel in rund 500 Fällen vor einem Berliner...Foto: dpa

Die Rocker hinter Panzerglas gaben sich überraschend selbstkritisch. Die beiden gestanden hundertfache Geschäfte mit Drogen. Doch den Motorradclub wollten sie außen vor halten. Er habe mit den Bandidos zwar viel Mist gebaut, erklärte Ümit G. am Donnerstag vor Gericht. „Aber das mit den Drogen war mein Ding.“  Auch Olcay A., sein 22-jähriger Bruder, versicherte: „Die Geschäfte liefen nicht über den Club“. Die Anklage sieht das anders. Sie geht von bandenmäßigem Handel „unter Ausnutzung der Netzwerkstrukturen“ der Rockergruppierung aus.

Es geht in dem Prozess gegen die Brüder und den 32-jährigen Murat K., der kein Rocker war, um Drogengeschäfte von Sommer 2008 bis zu ihrer Verhaftung im Juni 2012. Sie sollen insgesamt 20 Kilogramm Marihuana und 3,5 Kilo Kokain vermarktet haben – bei insgesamt rund 500 Geschäften. So hatte es ein Ex-Rocker, den sie im Streit rausgeworfen hatten, bei der Polizei ausgesagt. Die Angaben dieses Kronzeugen waren es auch, die zu umfangreichen Ermittlungen mit mehr als 20 Beschuldigten führten.

Der 34-jährige Ümit G., einst Sicherheitschef in seinem Rocker-Club, stöhnte nun über die Haft und über seine Fehler der letzten Jahre – als Süchtiger und Rocker. Den Rauschgifthandel aber habe er für sich aufgebaut, um seinen Eigenkonsum zu finanzieren. Seinen Bruder habe er leider in die Geschäfte hineingezogen. Die Anklage gehe aber von zu hohen Mengen aus. Da habe der Kronzeuge vielleicht übertrieben, um sich zu rächen. K. gab zu, 78 Mal gedealt zu haben. Der Prozess geht am Donnerstag weiter.

 

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