Berlin : Rockerchef erneut als Pöbler verurteilt

Mit einer kräftigen „Aufstockung“ einer erst Mitte März verhängten Geldstrafe endete am Dienstag ein weiterer Prozess gegen einen Rocker-Chef. Der 26-jährige Kadir P., Präsident des Motorradclubs Hells Angels Berlin City, soll wegen Beleidigung von Polizisten insgesamt 5200 Euro zahlen – 2000 Euro mehr als nach dem ersten Urteil. Gegen den ersten Richterspruch hatte er zunächst Berufung eingelegt, diese aber zurückgenommen. Somit war eine Gesamtstrafe möglich.

Im jetzigen Verfahren ging es um einen Vorfall bei einer Verkehrskontrolle am Kottbusser Damm im vergangenen September. P. habe einen Beamten beschimpft und dem Mann vor die Füße gespuckt. Vor dem Amtsgericht hatte er, über seinen Anwalt, pauschal gestanden. Ebenfalls wegen Beleidigung von Polizisten stand der Rocker, der als Beruf Gastronom angab, vor drei Wochen vor Gericht. P. hatte am 22. Juni 2010 seinen Mercedes in Wedding falsch geparkt und war von Beamten angesprochen worden. Sie wollten den in der Szene einschlägig bekannten Rocker und dessen Autos kontrollieren. Der türkischstämmige Angeklagte soll einen Polizisten mehrfach als „Witzbold“ betitelt haben.

Kadir P. war früher Mitglied der Bandidos, bevor er im vergangenen Jahr mit knapp 80 Gefolgsleuten zu den verfeindeten Hells Angels übergelaufen war. Nach dem bislang einmaligen Vorgang wurden von der Polizei Racheaktionen befürchtet. Die Gruppierung von P. hieß zunächst Hells Angels Nomads Turkey, benannte sich dann in Hells Angels Berlin City um. Nach seiner Verurteilung wegen Beleidigung von Polizisten drohen dem Rocker-Chef weitere Prozesse. Nach Justizangaben sind derzeit zwei weitere Verfahren gegen P. anhängig. K.G.

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