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Rockerparty in Reinickendorf : Vier Rocker festgenommen

Zwei Bandidos-Gruppen feierten in Reinickendorf ihr zehntes Jubiläum. Die Gratulanten kamen aus ganz Europa. Die Feierstätte war regelrecht von Polizeikräften umstellt. Vier Rocker wurden festgenommen.

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Immer wieder sind Ermittler in den vergangenen Monaten mit Razzien gegen die Rockerszene vorgegangen. Erst im August 2012 hatte die Berliner Polizei mehrere Quartiere der Bandidos durchsucht. Dabei wurden schwere Waffen sicher gestellt, zum Beispiel dieses Sturmgewehr.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
16.06.2012 17:41Immer wieder sind Ermittler in den vergangenen Monaten mit Razzien gegen die Rockerszene vorgegangen. Erst im August 2012 hatte...

Bei den Kontrollen der Jubiläumsfeier des Rockerclubs Bandidos am Samstagabend sind vier Männer festgenommen sowie diverse Messer und Pfeffersprays beschlagnahmt worden. Gegen zwei der Festgenommenen lagen Haftbefehle wegen gefährlicher Körperverletzung beziehungsweise Diebstahls vor. Die beiden anderen Männer hätten bei ihrer Überprüfung Widerstand geleistet. Insgesamt wurden 1230 Personen kontrolliert.

Zum Rocker-Jubiläum kamen die einschlägigen Gratulanten aus ganz Europa, aber auch die Polizei marschierte uneingeladen am Samstagnachmittag mit rund 500 Beamten massiv auf: Das „S1-Event-Center“ in der Reinickendorfer Scharnweberstraße, unmittelbar am Kurt-Schumacher-Platz, war regelrecht von Polizeikräften umstellt, als zwei Gruppen der Bandidos dort ihren zehnten Geburtstag feierten.

Immerhin hatten die Chapter des Motorradclubs „Berlin City“ und „Berlin Eastgate“ eine der größten Rockerpartys der letzten Jahre angekündigt. Von bis zu 1000 Gästen sprach Bandidos-Chef Thomas „Micky“ Scheumann, als er das Fest bei der Polizei ankündigte. Es kamen letztlich etwas mehr als 500. Mit dem Motorrad fuhr kaum einer am „S1-Center“ vor, das der Klub angemietet hatte. Die meisten entstiegen Autos und reisten teils aus anderen europäischen Ländern an. Im Innenhof des Centers drängelten sich die Gäste dann an Biertischen, aber um dorthin zu gelangen, mussten sie erst eine intensive Polizeikontrolle hinter sich bringen.

Entlang einer regelrechten Kontrollstraße musste sich jeder einzeln ausweisen und durchsuchen lassen. Außerdem wurde jede getragene Kutte von vorne und hinten fotografiert, um eventuelle Gewalttäter später identifizieren zu können. Selbst die mitgebrachten Geburtstagsgeschenke wurden streng untersucht. Und in den schmalen Zufahrten zum Innenhof hatten die Beamten Nagelsperren ausgelegt: Kein Motorrad sollte aufs Festgelände kommen. Da Auseinandersetzungen mit den verfeindeten Hells Angels befürchtet wurden, riegelte die Polizei auch deren Vereinsheim in der nahe gelegenen Residenzstraße ab.

Zu dem Fest hatten die Rocker auch die Nachbarschaft eingeladen, es kam aber dem Vernehmen nach niemand. Ab 18 Uhr spielte die erste Band. Bereits am Samstagabend hatten die Rocker in zwei Vereinshäusern in der Provinzstraße und der Quickborner Straße vorgefeiert. Laut Polizei wurde ein drittes Bandidosquartier in der Weißenseer Streustraße zum Übernachten genutzt. Vor zwei Wochen hatte es die letzte Gewalttat im Milieu gegeben: Bei einer Messerstecherei in Neukölln war ein 34-Jähriger schwer verletzt worden. Auf der Internetseite der Rocker hieß es: „Free all Brothers in Jail“ (Freiheit für alle Brüder im Gefängnis). (mit dapd)

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