Berlin : Rock’n Roll für Berlin

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Vier Tage lang war Berlins Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in der vergangenen Woche in Warschau zu Gast. Er besuchte die „Berlin-Tage“ in der polnischen Haupstadt und nahm als Reisebegleiter zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft mit. Vize-Senatssprecher Günter Kolodziej war auch dabei.

Der Regierende soll in der Disco in Warschau eine gute Figur gemacht und die Herzen der Warschauer erobert haben. Hat die Reise außer solcher Imagewerbung auch greifbare Ergebnisse für Berlin gebracht?

Aber sicher. Das begann schon mit unserer Zugreise. Wir sind ganz bewusst auf der Schiene gefahren, um den Berlinern und Warschauern deutlich zu machen: Eure Städte sind nur 6 Zugstunden voneinander entfernt. Mit Bahncard kostet die Hin- und Rücktour nur 50 Euro. Warum immer nach Prag oder Budapest reisen? Auch Warschau und Berlin sind tolle Urlaubsziele.

In Wowereits Gefolge waren Vertreter etlicher Firmen. Hat sich die Tour für sie ausgezahlt?

Es wurden viele Gespräche geführt, die uns optimistisch stimmten. Zum Beispiel setzen die Berliner Speditionsfirmen auf Warschau als Zwischenstation auf dem Weg nach Osteuropa. Wenn Polen ab 2006 hoffentlich EU-Mitglied ist, gibt es ja keine Grenzprobleme mehr. Thema war auch der Warschauer U-Bahnbau. Da winken Siemens Großaufträge. Außerdem hat Wowereit erstmals den „Berlin International Business Award“ verliehen.

Was bezweckt dieser Preis?

Er soll osteuropäische Unternehmer mit pfiffigen Ideen belohnen. Es geht um ihr Engagement in Berlin und der Bundesrepublik . Eine polnische Exportfirma machte das Rennen. Wir bezahlen ihr nun drei Monate lang ein Büro, ein Handy und ein Auto in Berlin.

Hat die Reise auch kulturell etwas bewirkt?

Da muss ich auf unsere Zugfahrt zurückkommen. Wir fuhren mit Musikern des Berliner Kammerorchesters und Schülern von Gymnasien los. Die Musiker gaben zwei Konzerte in der ausverkauften Nationalphilharmonie und bekamen einen Riesenapplaus. Die Gymnasiasten diskutierten mit jungen Warschauern über die EU-Osterweiterung. Das waren Programmpunkte der „Berlin-Tage“, zu denen auch eine Berlin-Ausstellung und Workshops gehörten, zum Beispiel über die Sanierung von Plattenbauten.

Und abends gingen Sie dann erschöpft in die Disco?

Klar. Ein Absacker musste sein. Der Regierende war noch erstaunlich fit. Da hat ihn dann eine Rock-Sängerin auf die Bühne geholt und mit ihm „Rollin’ on the River“ gesungen. Und dazu hat er richtig gut getanzt.

Das Gespräch führte Christoph Stollowsky.

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