Berlin : „Rockys“ Pappe hat jetzt die Polizei Ex-Boxchampion mit 1,4 Promille erwischt

Tanja Buntrock

„Rocky“ hat die Polizei geblendet. Kann schon mal vorkommen, wenn der Alkohol einem so sehr in den Kopf steigt, dass man während der Autofahrt den Hebel für das Fernlicht mit dem Abblendlicht verwechselt. Am Mittwoch, kurz vor Mitternacht, auf der Heilbronner Straße in Frankfurt (Oder) stoppten Polizeibeamten den bekannten Ex-Boxweltmeister Graciano „Rocky“ Rocchigiani deshalb am Steuer seines BMW.

Wahrscheinlich wehte ihnen dort schon eine Alkoholfahne entgegen: Auf die Frage „Haben Sie Alkohol getrunken?“ habe der 41-jährige Berliner Ex-Boxer wahrheitsgemäß mit „Ja“ geantwortet. Das Pusten ins Röhrchen bestärkte den Verdacht: 1,4 Promille ergab der „Alkohol-Atemtest“ der Brandenburger Polizisten. „Er wurde zur Wache nach Frankfurt gebracht, wo ihm ein Arzt Blut entnommen hat“, hieß es bei der Polizei. Den Führerschein des Berliners stellten die Beamten sicher. Rocky, der auf dem Rückweg zum Hotel A-Rosa in Bad Saarow (Oder-Spee) gewesen sein soll, musste sich von seinem Begleiter nach Hause chauffieren lassen.

Die Fernlichtfahrt mit Alkohol im Blut kann erhebliche Folgen für Rocky haben. Seine Bewährung läuft noch bis November dieses Jahres. Im November 2002 war der Boxchampion nach einem Jahr Haft wegen seiner „günstigen Sozialprognose“, wie es damals bei der Justiz hieß, vorzeitig entlassen worden. Doch das hinderte Rocky nicht daran, sich im Dezember vergangenen Jahres betrunken mit einem Taxifahrer auf der Karl-Liebknecht-Straße anzulegen. Damals, am zweiten Advent, habe er den Taxifahrer zunächst angewiesen, ihn dahin zu chauffieren, „wo was los ist“. Als der Fahrer einen 200-Euro-Schein, mit dem Rocky wedelte, nicht wechseln konnte, rastete er laut Polizei aus: Er beschimpfte den Taxifahrer wüst und verpasste ihm mehrere Fausthiebe ins Gesicht. Doch der Fahrer setzte Rocky auf seine Art und Weise zum Schluss dann doch K.o.: In seiner Not griff er zum Pfefferspray und sprühte seinem Fahrgast eine Ladung ins Gesicht. Am Ende landete Rocky zur Blutentnahme in der Gefangenensammelstelle und musste eine Stunde in die Ausnüchterungszelle, bevor seine Freundin ihn abholen durfte.

Wie es nun für Rocky weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Bislang sind die Unterlagen des neuesten „Vorfalls“ noch nicht bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) eingegangen. Auch die Berliner Kollegen müssten erst einmal abwarten, was ihnen aus Frankfurt „zugeleitet wird“, sagte ein Justizsprecher. Eines ist aber klar: Rockys Bewährung ist in Gefahr und kann vom Gericht widerrufen werden. Das hieße dann, der Boxer müsste wieder in den Knast.

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