Berlin : Rösti Rot-Weiß

Was machen eigentlich die Borer-Fieldings am Schweizer Nationalfeiertag? In Berlin wird jedenfalls groß gefeiert. Und deshalb gilt am 1. August:

Matthias Oloew

Wann wird etwas zur Tradition? Nach dem fünften Mal? Oder erst, wenn das erste Dutzend voll ist? Der Botschafter der Schweiz, Werner Baumann, ist sicher, dass auch schon ein viertes Mal reicht. Für ihn ist der „Schweiztag“ am 1. August in Berlin schon jetzt Tradition. Am 1. August feiert die Schweiz die 712. Wiederkehr der Geburtsstunde ihrer Eidgenossenschaft. In Berlin laden sie alle ein, an diesem Tag zum Haus der Schweiz (an der Ecke Unter den Linden und Friedrichstraße) zu kommen. Zwischen 12 und 14.30 Uhr gibt es dort echtes Basler Lekkerli (eine Lebkuchen-Art) und Rösti, unentgeltlich für alle. Und damit auch die Schweizer Nationalfarben bei dem Gericht vorkommen, gibt es zum Rösti Tomatensalat mit Zwiebeln, also Rösti Rot-Weiß.

Gastkanton der Party ist in diesem Jahr Basel-Stadt. Neben Imbiss und Getränken (unter anderem Basler Bier) gibt es Live-Unterhaltung mit Basler Künstlern von Kabarett bis Fastnachtskultur und es wird ein Zelt geben, in dem virtuelle Rundgänge durch die Basler Gassen möglich sein werden, sieben Minuten dauert das – an der Hand von einer der extra dafür abgestellten Basler Stadtführerinnen.

Abends feiern 900 geladene Gäste mit einer großen Party in der schweizerischen Botschaft weiter. Gegen 23.30 Uhr zünden die Schweizer auf dem öden Bauland zwischen ihrer Botschaft und dem Lehrter Bahnhof ein großes Feuerwerk – der „Schweiztag“ ist dann zu Ende.

Begründet hat diese Feier Baumanns Vorgänger Thomas Borer, der zusammen mit seiner Frau Shawne aus dem Schweiztag ein gesellschaftliches Muss-Ereignis gemacht hat. Unvergessen auch die Auftritte der Botschaftergattin am Haus der Schweiz, mit Sonnenhut und Designerkleid in den schweizerischen Nationalfarben. Das Ehepaar Borer wird allerdings, wie schon im vergangenen Jahr, nicht mehr dabei sein. Die beiden sollen, so ist zu hören, noch nicht aus den USA zurückgekehrt sein. In Texas, dem Heimat-Bundesstaat von Shawne Borer-Fielding, wollte sie ihr Kind zur Welt bringen. Anfang Juni wurde schließlich ein Junge in Dallas geboren.

Im September will zumindest Thomas Borer wieder in Deutschland auftreten – er liest aus seinem Buch beim Literatursommer der Promi-Ferien-Gemeinde Kampen auf Sylt. Für die Villa Kampffmeyer in Potsdam, die die Borers nach ihrem Auszug aus der Botschaft bewohnten, suchen die Makler noch immer einen Käufer – 6,5 Millionen Euro soll sie kosten.

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