Berlin : Rohrbruch: Etliche Straßen unter Wasser Acht Millionen Liter strömten pro Stunde aus

Die Straßen verwandelten sich in Seen, die Keller von 30 Gebäuden wurden überflutet, der Verkehr kam weiträumig zum Erliegen: Das waren die Folgen eines ungewöhnlichen Wasserrohrbruches gestern Nachmittag im Treptower Ortsteil Johannisthal. Eine Hauptwasserleitung mit einem Meter Durchmesser hatte aus noch ungeklärten Gründen in Höhe der Waldtstraße ein Leck, ab 16 Uhr quollen deshalb pro Stunde mehr als acht Millionen Liter Wasser durch Risse im Erdreich an die Oberfläche.

„Die Kälte hat mit dem Rohrbruch nichts zu tun“, sagte ein Sprecher der Wasserbetriebe. Wegen des zugefrorenen Bodens konnten die Wassermassen aber nur ganz langsam versickern, weshalb das umliegende Viertel am Sterndamm und Segelfliegerdamm teilweise bis zu zehn Zentimeter hoch überschwemmt war und sich größere Eisflächen bildeten. Gegen 18 Uhr gelang es den Wasserwerken, das Rohr abzusperren. Bis dahin hatten rund 120 000 Bewohner des Viertels und der Stadtteile Bohnsdorf, Müggelheim, Altglienicke, Adlershof und Rahnsdorf kein fließendes Wasser, teils wurde auch die Stromversorgung wegen der Gefahr elektrischer Schläge abgestellt.

Mehr als hundert Feuerwehrleute waren bis spät abends im Einsatz, um Straßen und Keller wieder freizupumpen. Auch die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, da anfangs nicht klar war, ob Häuserzeilen evakuiert werden müssten. Gegen 19 Uhr floss wieder Wasser aus den Hähnen, nachdem die Wasserbetriebe eine parallele Versorgungsleitung in Betrieb genommen hatten. Laut Polizei erlitt ein Anwohner während der Überflutung einen Stromschlag und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die genaueren Umstände waren bis zum späten Abend nicht bekannt. CS

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