Rolltreppen in Berlin : Umgeben von Ausnahmen

Gefühlt funktionieren Berliner Rolltreppen meistens nicht. Eine Statistik der BVG vermittelt etwas anderes. Das wundert unseren Autor. Eine Glosse.

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Mal gehen sie, mal nicht. Die Rolltreppe vor dem Tagesspiegel-Haus.
Mal gehen sie, mal nicht. Die Rolltreppe vor dem Tagesspiegel-Haus.Foto: Karin Christmann

Unglaublich, was Statistiken so alles vermitteln wollen. Wer tage-, wochen- oder gar monatelang warten muss, bis bei der BVG oder der S-Bahn eine defekte Rolltreppe oder ein Aufzug wieder zum Laufen kommen, wird mit den nackten Zahlen getröstet:

Zwischen Juli 2015 und Juni 2016 haben bei der BVG 97,6 Prozent der Aufzüge und 96,9 Prozent der Fahrtreppen funktioniert, teilte die Senatsverkehrsverwaltung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Thomas Seerig mit. Die mittlere Dauer eines Ausfalls lag demnach durchschnittlich bei 0,4 Tagen, bei den Fahrtreppen bei 0,79 Tagen.

Natürlich gibt es Ausreißer: Am U-Bahnhof Rudow stand ein Aufzug 76,4 Tage still; die längste „kumulative Ausfallzeit“ bei der Fahrtreppe habe es auf dem U-Bahnhof Gesundbrunnen gegeben – mit 92,6 Tagen. Dies sei aber ein Ausnahmefall gewesen, sagt die BVG.

Dumm ist nur, dass man als Fahrgast so oft das Gefühl hat, von solchen Ausnahmen umgeben zu sein. Egal, was die Statistik sagt.

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