Berlin : „Rom sitzt mit am Tisch“

Reformbewegungen kritisieren Organisation des Kirchentages

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Zwei Initiativen haben jetzt heftige Kritik am Programm des ökumenischen Kirchentages geübt. Die kirchenkritische Reformbewegung „Initiative Kirche von unten“ (IKvu) und die „Evangelische Studentengemeinde“ (ESG) werfen den Amtskirchen vor, sich zu sehr in die Programmgestaltung eingemischt zu haben. „Rom sitzt am Tisch und entscheidet mit“, sagte IKvuGeschäftsführer Bernd Göhrig.

Der Papst hatte sich wiederholt gegen eine gemeinsame Abendmahl-Feier von Katholiken und Protestanten auf dem Kirchentag ausgesprochen. Dennoch werde es auf dem Kirchentag zwei ökumenische Gottesdienste mit Abendmahl geben, bekräftigte Göhrig. Die allerdings stehen nicht im offiziellen Kirchentagsprogramm. Der Gottesdienst mit Eucharistie nach katholischem Ritus findet am 29. Mai um 18 Uhr in der Gethsemane-Kirche in Prenzlauer Berg statt. Der Gottesdienst mit „Abendmahl für alle“ nach evangelischer Tradition ist in der gleichen Kirche für den 31. Mai um 18 Uhr geplant.

Die Initiativen erklären zudem, der Kirchentag sei nicht kritisch genug. „Kritische Veranstaltungen“ seien von den Organisatoren „verschleppt oder ignoriert“ worden. Zum Beispiel habe die IKvu eine Veranstaltung zum Thema „Zwangsarbeit in kirchlichen Einrichtungen“ durchführen wollen. Die hätten die Organisatoren mit der Begründung abgelehnt, sie sei zu spät eingereicht worden. „Wir haben weit mehr Bewerbungen erhalten, als man berücksichtigen konnte“, sagt Rüdiger Runge, ein Sprecher des Kirchentages. Dass die besagte Veranstaltung abgelehnt worden sei, könne nur organisatorisch-praktische Gründe haben, so Runge, keinesfalls inhaltliche. Der Kirchentag findet vom 28. Mai bis 1. Juni mit 3200 Veranstaltungen statt. clk

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