Rossmann-Mordfall : Freispruch für die Angeklagten

Der Prozess wegen Mordes an einer Rossmann-Angestellten in Buch ist aus Mangel an Beweisen mit Freisprüchen zu Ende gegangen. Es gebe "keine hinreichend sicheren Beweise oder Zeugen", hieß es zur Begründung.

Berlin - Den 20- und 25-jährigen Angeklagten war gemeinschaftlicher Mord aus Habgier vorgeworfen worden. Mit dem Urteil folgt das Gericht den Anträgen der Verteidigung. Dem Gericht sei es nicht gelungen, das "schreckliche und sinnlose Verbrechen" aufzuklären. Es sei auch für die Kammer "unbefriedigend", dass dieser Mord ungesühnt bleibt. Aber das Bestreben dürfe nicht dazu führen, dass Dinge "angenommen werden, die nicht eindeutig bewiesen sind", hieß es im Urteil. So ließen die Täterbeschreibungen der Zeugen keine sicheren Schlüsse zu. Auch die am Opfer gefundenen Faserspuren deuteten "nicht unmittelbar" auf den 20-jährigen Angeklagten als Täter, sagte der Richter.

Damit teilte das Gericht die Auffassung der Verteidigung, wonach die Kleidungsstücke auch von anderen Personen als vom Angeklagten getragen worden sein könnten. Der Staatsanwalt hatte dagegen die Beweise für ausreichend angesehen und für den 20-jährigen Angeklagten wegen Mordes mit zehn Jahren Haft die Höchststrafe nach dem Jugendgesetz beantragt. Die Schuld des älteren Mitangeklagten hatte auch der Ankläger nicht als bewiesen angesehen und auf Freispruch plädiert.

Die 46-Jährige Drogerieangestellte war am 10. Dezember 2005 nach Feierabend am Hinterausgang von einem maskierten Täter überfallen und durch einen Stich in den Bauch getötet worden. Für die Mutter dreier Töchter kam jede Hilfe zu spät. Sie starb noch am Tatort. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, eine Revision zu prüfen. (tso/ddp)

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