Berlin : Rot heißt Glück

Elisabeth Binder

Wenn man im Norden auf der B 96 aus Berlin heraus Richtung Oranienburg fährt, kommt man ziemlich bald an der Himmels Pagode vorbei. Auf den ersten Blick wirkt sie tatsächlich wie vom Himmel gefallen in dieser adretten Vorstadtlandschaft. Dreistöckig ist sie und riesig groß, steht mitten in einem künstlichen Garten mit Teichanlagen. Vorbild für diese Pagode ist der Himmelstempel in Peking, wo seit 1416 die chinesischen Kaiser, die sich „Söhne des Himmels“ nannten, um reiche Ernte beteten.

Innen wie außen atmet das Ambiente imperiale Prunklust. Eine schöne, mit schweren Korbsesseln ausgestattete Terrasse zieht sich wie ein Ring um den ersten Stock. Innen brennen Kerzen in aufwändigen Leuchtern. Ein Lichtgeschmeide, das aussieht wie Chinas Antwort auf den Kronleuchter, ergießt sich vom Dach durch alle drei Stockwerke herab. Unten sprudelt ein großer Zierteich. Der Vollständigkeit halber sollte man erwähnen, dass die Kreisform des Restauranttempels auf einer quadratischen Plattform steht, um eine frühere Vorstellung zu spiegeln, nach welcher der Himmel rund und die Erde eckig ist. Aber solche Feinheiten sollten niemanden abhalten, mal vorbeizuschauen.

Die Architekten haben sich wirklich Mühe gegeben, das Dach mit goldfarbenen Ziegeln bedeckt, Fenster und Türen grün gehalten, weil diese Farbe ewigen Erfolg verspricht. Die roten Säulen verheißen Glück, vor dem Eingangsportal symbolisieren zwei Löwen noch mehr Glück und außerdem Wohlstand. Die Gerichte tragen lustige Namen wie „Das gute Huhn von Szechuan“, „Neugieriges Schwein“ oder „Chinesische Bauernhochzeit“. Da passt es gut, dass der Himmelssaal im dritten Stock vom Standesamt Hohen Neuendorf manchmal als Trauzimmer genutzt wird. Zum Heiraten finden Männer ja in allen Lebenssituationen immer noch Zeit.

Himmels Pagode Oranienburger Straße 3 in 16540 Hohen Neuendorf, Telefon 03303-21270

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