• Rot-Rot in Berlin: Von guten Christen und Staatsämtern. Körting rügt Sterzinsky für Kritik am rot-roten Senat

Berlin : Rot-Rot in Berlin: Von guten Christen und Staatsämtern. Körting rügt Sterzinsky für Kritik am rot-roten Senat

Barbara Junge

Für seine scharfe Kritik am rot-roten Senat hat sich der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky eine staatsbürgerliche Belehrung eingehandelt. Seiner Post musste er am Donnerstag einen offenen Brief von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) entnehmen. Darin wirft ihm Körting vor, seiner Kritik ein nicht der Verfassung entsprechendes Verständnis vom Verhältnis von Staat und Kirche zugrundezulegen.

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Umfrage: Flierl als Senator - Ist er der Aufgabe gewachsen? Der Brief ist in sehr moderatem Ton verfasst, lässt an Deutlichkeit jedoch nichts zu wünschen übrig. Mit Erstaunen habe er Sterzinskys Äußerungen zur Regierungsbildung in Berlin gelesen. "Mein Erstaunen", schreibt Körting, "bezieht sich darauf, dass offenbar das Verhältnis von Staat und Kirche missverstanden wird". Ob jemand gläubiger Christ sei, sage "nichts über seine Eignung für ein staatliches Amt". Als für die Verfassung zuständiger Senator lege er "Wert darauf festzustellen, dass die Bundesrepublik Deutschland sich im Grundgesetz nicht nur zur Glaubensfreiheit, sondern auch dazu bekennt, dass keine Staatskirche besteht und dass staatsbürgerliche Rechte und Pflichten unabhängig von der Religionszugehörigkeit sind". Sterzinsky hatte sich besorgt darüber geäußert, dass dem neuen Senat offenbar kein gläubiger Christ mehr angehöre. Dass die Kirche im Koalitionsvertrag nicht wirklich auftauche, kommentierte Sterzinsky so: "Das hätte die SED auch fertiggebracht!"

Bei Körting ist Sterzinsky damit genau an den Falschen geraten. Nach einem Bekenntnis zur christlichen Herkunft "unserer Wertevorstellungen" belehrt Körting den Kardinal über den christlichen Hintergrund der Philosophie von Marx und Engels. Und stellt schließlich in Frage, wie Sterzinsky wissen wolle, ob "ein Mensch sich tatsächlich im Sinne Christi verhält".

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