Berlin : Rot-Roter Teppich für die ILA

Nur noch Leipzig/Halle als Konkurrent im Rennen

Sabine Beikler/Thorsten Metzner

Potsdam/Berlin - Wird der drohende Abflug der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) aus Berlin-Brandenburg abgewendet? Vor der Entscheidung des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am 11. Mai sind nur noch Berlin-Brandenburg mit dem neuen Standort Selchow und Leipzig/Halle im Rennen. Zwar breitet auch Sachsen, so heißt es in informierten Kreisen, „einen roten Teppich aus“. Doch gibt es erste Signale, dass der Zuschlag wieder an die Hauptstadtregion gehen könnte. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sicherte am Donnerstag den Rückhalt seiner rot-roten Regierungskoalition für die ILA zu. „Unsere Entscheidung ist gefallen. Alle stehen dazu“, sagte er dem Tagesspiegel. Er verwies auf die Nähe zur Hauptstadt, zur Politik und auf die starke Luft- und Raumfahrtindustrie der Region. „Die Verbindung von ILA und Berlin-Brandenburg war ein Garant ihres bisherigen Erfolges“, sagte auch Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke).

Im Landtag hatten Kritiker der ILA zuvor eine Niederlage erlitten. Ein Antrag der Grünen, geplante Gelder für die ILA 2012 zu sperren, scheiterte mit 67 Nein-Stimmen von SPD, Linken, CDU und FDP, bei 6 Ja-Stimmen. In namentlicher Abstimmung gab es nur zwei rot-rote Enthaltungen. Bei den Linken hatte es zuvor Widerstände gegen die ILA gegeben, wegen der öffentlichen Investitionen, aber auch wegen der militärischen Teile. Vergeblich wies Grünen-Fraktionschef Axel Vogel auf wirtschaftliche Risiken und auf die „Waffenschau“ hin. In Berlin bekräftigte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) im Abgeordnetenhaus, dass der Businessplan für die künftige ILA „auskömmlich finanziert ist“.

Der Schönefelder ILA-Standort muss dem BBI weichen. Auf Selchow hatten sich beide Regierungen erst in letzter Minute geeinigt. Nun wollen die Messe Berlin und die Zukunftsagentur Brandenburg je fünf Millionen Euro in eine Grundstücksgesellschaft stecken. Laut Wolf gebe es keine Probleme, weitere 17 Millionen Euro Fremdkapital aufzubringen. „Die Gesellschaft wird Einnahmen tätigen“, sagte Wolf. Die Messe Berlin als Betreiber werde weitere „flughafenaffine Veranstaltungen“ durchführen. Sie ist dem Vernehmen nach sehr optimistisch, dass die ILA in ihrer Heimat bleibt.Sabine Beikler/Thorsten Metzner

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