Berlin : Rot und schwarz

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Die Farbe dieser Geschichte aus Ägypten ist schwarz. Blut mischt sich hinein, lebensfroher wird sie dadurch nicht. Mustafa Zikri, 1966 in Kairo geboren, ist besessen vom Morbiden. Der Islam ist tot, es lebe der Islam. Wie eine Fiktion in der Fiktion schwebt die religiöse Ordnung in seinem Roman über dem Chaos. Die Verneinung des Körpers auf der einen, die Fixierung auf den Körper auf der anderen Seite: sexuelle Obsessionen, Gewalt – Intensität durch Brutalität. Eine Prügelei, eine Prostituierte, eine Krankenschwester, die kein Heil bringt: Zikris Geschichte hat keinen Anfang, kein Ende, keine Handlung. Sie kommt nicht voran, vielleicht weil sie beim Ende anfängt, vielleicht, weil sie, Sheherazades Prinzip verpflichtet, das Ende meidet. Ein kleiner, böser, schwarzer Tagtraum. cm

Mustafa Zikri: Viel Lärm um ein gotisches Labyrinth. Aus dem Arabischen von Abier Bushnaq. Lisan Verlag. Basel 2004. 64 Seiten, 14 €.

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