Berlin : Rotes Kreuz hofft auf Rettung aus dem Ausland

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Mit einem Drei-Punkte-Plan soll das Überleben des im Insolvenzverfahren stehenden Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes sichergestellt werden. Abgegeben werden der Psychiatrieverbund sowie die Kindertagesstätten. Den Haupterlös zur Befriedigung der 828 Gläubiger mit geschätzten Forderungen von insgesamt rund 250 Millionen Mark bringt jedoch der Verkauf von 46 der rund 75 DRK-Immobilien.

Verhandelt wird gegenwärtig mit einem ausländischen Immobilienkonzern, der das höchste Angebot für das Paket gemacht hat, bestätigte der Insolvenzverwalter Udo Feser. Noch sei allerdings nichts entschieden, da auch die rund zwei Dutzend Grundschuldner einbezogen werden und für jedes Objekt ein individueller Kaufvertrag ausgehandelt werden muss. Bei den übrigen Immobilien handelt es sich vorwiegend um unbebaute Flächen oder marode, unverkäufliche Gebäude, so der Rechtsanwalt.

Während das Diakoniewerk Bethel an der Übernahme des Psychiatrieverbundes interessiert ist, sollen die Kindertagesstätten des DRK künftig vom Arbeiter-Samariter-Bund betrieben werden. Nachdem bereits im vergangenen Jahr rund 400 Arbeitsplätze abgebaut wurden, gelten diese Betriebe als saniert, sagte der kommissarische DRK-Landesgeschäftsführer Friedrich Führ. Weitere Entlassungen sind nicht geplant, bei der Übernahme sollen alle Anwartschaften der Beschäftigten erhalten bleiben.

Eine ähnliche Lösung wird auch für die beiden dem Landesverband unterstehenden Altenpflegeheime angestrebt. Offen ist noch die künftige Organisationsform der bisher von verschiedenen Kreisverbänden bewirtschafteten Behinderten- und Senioreneinrichtungen. Sie werden künftig Mieter des neuen Inhabers der Immobilien. Mit dem Senat und den Kostenträgern wird gegenwärtig darüber verhandelt, welcher Mietanteil künftig erstattet werden kann. An den zu erwartenden Mieteinnahmen wird sich auch der endgültige Verkaufspreis der Gebäude orientieren.

Ziel sei es, den Gläubigern eine akzeptable Quote anzubieten, damit ein zukunftsorientiert strukturierter, verkleinerter Landesverband aus dem Insolvenzverfahren entlassen werden kann, sagte Führ. Auf diese Weise sollen Aufgaben wie der Katastrophenschutz mit mehr als 1000 ehrenamtlichen Helfern, Rettungsdienst und fahrbarer Mittagstisch gesichert werden.

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