Berlin : Roulette und Black Jack im ICC

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Die Idee klingt verlockend: Die landeseigenen Messebauten unter dem Funkturm sind sanierungsbedürftig, das Geld für die Arbeiten fehlt. Um es aufzutreiben, gründet man eine neue Spielbank, aus deren Erlös sie auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Geäußert hat sie gestern der Hauptgeschäftsführer der Messe Berlin, Raimund Hosch. Sie ist Teil der Privatisierungsvorschläge für die Berliner Messe, die vorsehen, das Unternehmen in einen privaten Veranstaltungs- und einen landeseigenen Immobilienteil aufzuspalten. Die Überlegung befinden sich laut Hosch noch „sehr in den Anfängen“. Fraglich ist, ob der Senat einer dafür notwendigen Änderung des Spielbankengesetzes zustimmen wird. Finanzsenator Thilo Sarrazin war gestern nicht zu einer Auskunft bereit.

Wenn die Berliner Messe den Anschluss im Messegeschäft nicht verlieren wolle, müssten ihre Immobilien saniert werden, sagt Messechef Hosch. Allein für das ICC bräuchte man pro Jahr 20 Millionen Euro für den Unterhalt. Der Senat zahle aber nur zehn. Wohin das führt, ist im ICC zu sehen: Die Teppichböden sind uralt, Videobeamer fallen aus, das Parkhaus ist marode. Hosch schweben Roulettetische im Obergeschoss des Kongresszentrums und Spielautomaten in der Eingangshalle vor. Allerdings müsste das Gesetz geändert werden. 80 Prozent der Spielbank-Einnahmen gehen derzeit direkt an das Land. Dazu kommt eine Sonderabgabe von fünf Prozent. Diese sollte erhöht, die Einnahmen des neuen Casinos in einen Fonds „Messegelände“ fließen. Ein Gutachten dazu ist gerade fertig geworden.

Die Konkurrenz ist skeptisch. „Für einen weiteren Betreiber würde es schwierig“, sagt Steffen Stumpf von der Spielbank Berlin. Anfang des Jahres hat in Potsdam das dritte Casino der Region eröffnet. Und das, so heißt es, läuft nicht wie erwartet. tob

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