ROUTENÄRGER AM BODEN : Vogelschutzgebiet: Auch der ICE wurde schon mal ausgebremst

Startklar. Eine ausgewilderte junge Großtrappe bei Bad Belzig. Foto: dpa
Startklar. Eine ausgewilderte junge Großtrappe bei Bad Belzig. Foto: dpaFoto: dpa

DER PLAN

Auf der Liste der „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ stand nach der Wende auch der Ausbau der Bahntrasse Berlin – Hannover für ICEs.

DER HAKEN

Die Züge sollten mit Tempo 250 fahren, aber der Bau ging deutlich langsamer voran: Weil die Strecke durch ein Schutzgebiet von Großtrappen im Havelland führen sollte, musste umgeplant werden. Diskutiert wurden ein Tunnel, ein Trog und eine neue Trassenführung.

DIE LÖSUNG

Am Ende wurde die Trasse oberirdisch gebaut (mit Pause während der Brutsaison), aber der Abschnitt mit Wällen und gekürzten Oberleitungsmasten versehen und auf Tempo 200 begrenzt. Mit mehr als einem Jahr Verspätung wurde sie Ende 1998 fertiggestellt.

DIE VÖGEL

Großtrappen sind scheu, schwer – und selten: Vor allem wegen der Zersiedlung der Landschaft sank ihr Bestand laut einer Auskunft der Bundesregierung von 1939 bis 1997 von 4000 auf 57 Exemplare. Inzwischen sind es wieder rund 120, die sich auf drei Gebiete westlich von Berlin verteilen; 50 davon leben im Havelländischen Luch. Da die bis zu 16 Kilo schweren Vögel fliegen können, tauschen sich die Populationen auch aus. Strenger Schutz und gezielte Ansiedlung stützen die Bestände, die zugleich von Füchsen dezimiert werden. obs

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