Berlin : Rückenschule: Sitzen ist aller Lasten Anfang

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Irgendwann kam der Mensch auf die Idee, sich zu setzen. Keine gute Idee, er ist eigentlich fürs Laufen geschaffen. Während der Urmensch immerhin noch zirka 50 Kilometer am Tag rannte, kommt der Büromensch heute gerademal auf 900 Meter. Das hat Konsequenzen – vor allem für den Rücken. Früher oder später rächt sich jeder Bewegungsfehler im Kreuz. Der erste Schritt zum gesunden Rücken ist die Analyse des eigenen Bewegungsverhaltens. Was man als Kind ganz selbstverständlich lernt, ist später meist vergessen. Aber man kann gegensteuern.

RÜCKENCOACHING – WAS IST DAS?

Gerade die Rückenmuskeln werden manchmal nicht zu wenig, sondern zu viel benutzt. Folge: ein verspannter Nacken, ein unbewegliches Becken. Ein gutes Training sollte die Rückenmuskulatur zwar stärken, aber nicht zusätzlich an-, sondern entspannen. Es gibt zwei Therapieansätze: Der eine setzt auf Kraft und Muskelaufbau, der andere eher auf sanfte Mobilisierung. Nur in einem Punkt sind sich die Fachleute einig: Bewegung muss sein. Denn normalerweise braucht die Wirbelsäule keine Schonung. Spazierengehen, Gymnastik und Krafttraining, aber auch Rückenschwimmen, Skilanglauf oder Radfahren wirken kräftigend. Tennis, Squash, Ski alpin, Kegeln oder Reiten sind eher ungeeignet.

WANN MUSS RÜCKENTRAINING SEIN?

Vor- ist besser als Nachsicht. Am besten mit dem Training anfangen, bevor schon was wehtut. Wenn der Rücken bereits zwickt, gilt: Zu viel Schonung schadet, führt zu Muskelabbau und folglich zu noch mehr Schmerzen – ein Teufelskreis. Bei starken Rückenschmerzen, die auch nach einer Stunde nicht aufhören, oder wenn sich Teile des Körpers taub anfühlen, unbedingt einen Arzt aufsuchen.

WAS KANN ICH ERREICHEN?

Bewegungsmangel oder verkürzte Muskeln und Haltungsfehler sind die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. In 90 Prozent der Fälle klingen sie ab, sobald man aktiv wird. Selbst ein Bandscheibenvorfall muss selten operiert werden. Gezieltes Trainig hilft oft mehr.

DARAUF MÜSSEN SIE ACHTEN

Zwei- bis viermal pro Stunde die Haltung wechseln, ruhig mal auf dem Stuhl lümmeln. Der Rat, immer betont aufrecht zu sitzen, ist längst überholt. Beim Tragen Lasten verteilen. Neben den Rücken- auch die Bauchmuskeln trainieren. pul

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