Rückkehr als BER-Aufsichtsratschef : „Wowereit kann gewählt werden, leider“

Die Besetzung der Spitze des BER-Aufsichtsrats steht bevor. Im Interview spricht Brandenburgs Linkenfraktionschef Christian Görke über die Chancen für Klaus Wowereit, das Nachtflugverbot und die Rolle des Bundes bei der Wahl.

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Christian Görke, 51, ist der starke Mann der Linken in Brandenburg. Er ist Chef der Landtagsfraktion, designierter Parteivorsitzender und wird Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2014.
Christian Görke, 51, ist der starke Mann der Linken in Brandenburg. Er ist Chef der Landtagsfraktion, designierter...Foto: dpa

Herr Görke, Brandenburgs Linke lehnt Klaus Wowereit als neuen BER-Aufsichtsratschef ab. Bleiben Sie dabei?

Unsere Position bleibt klar: Klaus Wowereit wäre als Aufsichtsratsvorsitzender nur wählbar, wenn er auch Interessen Brandenburgs aufnimmt. Er müsste etwa dafür sorgen, dass es mehr Nachtruhe für die Anwohner des Flughafens BER gibt. Das muss nach dem erfolgreichen Volksbegehren für Brandenburg zwingend geschehen. Bislang gibt es in den Verhandlungen mit Berlin aber wenig Bewegung.

Im Aufsichtsrat würden die Linken-Minister Helmuth Markov und Ralf Christoffers also Wowereit nicht wählen?

Ich spreche hier nicht für die Aufsichtsratsmitglieder, das ist ihre Entscheidung. Ich spreche hier als Vorsitzender der Linksfraktion.

Sehen Sie Anzeichen, dass Wowereit bei den Nachtflügen einlenken könnte?

Sagen wir es so: Ich habe inzwischen leise Hoffnung, dass sich auf der Berliner Seite, aber auch auf der Seite des Bundes als dritten Gesellschafters etwas zugunsten der Nachtruhe bewegen könnte.

Wäre es eine Zerreißprobe für Brandenburgs rot-rote Koalition, wenn die Linken beim Veto gegen Wowereit blieben?

Ich bin Realist. Klaus Wowereit kann mit den Stimmen Berlins, des Bundes und der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wieder zum Aufsichtsratschef gewählt werden. Das ist leider so. Die Regierungskoalition in Brandenburg würde davon nicht erschüttert. Wir haben gemeinsam den Auftrag von 100 600 Brandenburger Bürgern, alles für mehr Nachtruhe am BER zu tun. Da gibt es keinerlei Dissens.

Kann denn ein neuer Vorsitzender am 13. Dezember gewählt werden?

Solange der Bund keine neue Regierung hat, sollte man keine Entscheidungen treffen. Manches braucht seine Zeit.

Die Fragen stellte Thorsten Metzner.

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